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Samstag, 22. Mai 2021

Rezension: Schleswig-Holstein gestern - 50 Geschichten

 

BoD
  Schleswig-Holstein gestern    

 Jürgen Vogler

Jürgen Vogler lebt in Schleswig-Holstein. Nach einem Buch über Ostholstein hat er sich nun auf den Weg gemacht, um kurioses, Vergessenes und Amüsantes aus ganz Schleswig-Holstein zu sammeln und der interessierten Leserschaft anzubieten. Aus verschiedenen Epochen hat er die Geschichte und Geschichten zusammengetragen.

Tatsächlich habe ich selbst auch eine dieser Geschichten in Kiel erlebt, nämlich den schweren Winter 1978/79, von dem sicher jeder Schleswig-Holsteiner seine Variante kennt.

Wir lesen unter anderem von bekannten und weniger bekannten und weniger bekannten Persönlichkeiten, wie z.B. der Franzosen Charles de Villers, der 1806 Lübecks Bürger vor den Schandtaten französischer Soldaten bewahrte und der sich „zum Wohl der Bürger“ einsetzte. Leider gibt es kein Andenken an ihn in Lübeck, er zog später nach Göttingen. Aus derselben Zeit stammt die Geschichte über Pläne aus Lübeck einen Kriegshafen zu machen und durch einen Kanal von der Lübecker Bucht bis an die Seine, Lübeck mit Paris zu verbinden. Dieser Plan stammt von keinem geringerem als Napoleon selbst und wurde bekanntlich nicht realisiert.

Wer weiß schon, dass es über die Mutter der späteren russische Zarin Katharina eine verwandtschaftliche Beziehung nach Eutin gibt ? Katharinas Mutter ist Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf und ihr Bruder Fürstbischof Adolf Friedrich wird König von Schweden. Und auch Katharinas späterer Gatte, Zar Peter, lebte in Eutin in der fürstlichen Residenz…

Sehr interessant ist die Arbeit der „Königlichen Brieftaubenstation“ von 1877 in Tönning an der Nordsee. Die Brieftauben werden so dressiert, dass sie sogar bei großen Stürmen ihre Nachrichten an Land bringen und so Schiffe aus Seenot retteten.

Nicht nur Helgolands Schicksal wird zeitweilig nicht von Deutschen bestimmt, sondern auch das der Insel Fehmarn vor der Einfahrt in die Lübecker Bucht.  Während der Tausch von Helgoland gegen Sansibar (vor Tanzania) allgemein bekannt ist, liest man eher selten etwas über das Schicksal Fehmarns, das 1943 in die sowjetische Besatzungszone integriert werden sollte. Erst nach zähen Verhandlungen der Engländer mit den Sowjets konnte Lord William Strang of Stonesfield die Insel für Schleswig-Holstein „retten“.

Ebenso interessant ist die Geschichte des Plöner Hof- und Feldtrompeters Christian Gottlieb, über den der Autor einen historischen Roman geschrieben hat: „Der Mohr von Plön“.

Wer heute in rund einer Stunde von Hamburg nach Kiel fährt, denkt schon daran, dass um 1800 die Fahrt etwa 24 Stunden dauert konnte und zwar mit Kutsche und Pferden, die nur ungefestigte Wege kannten. 1830 begann man von Altona nach Kiel eine sogenannte Kunststraße zu bauen, die Altona-Kieler-Chaussee. Bis heute gibt es Meilensteine, die mit den Entfernungsangaben und einer Krone versehen sind, denn damals regierte König Friedrich VI. von Dänemark. Die Fahrt dauerte „nur“ noch rund 10 Stunden.

Man könnte noch etliche Geschichten zitieren, doch lesen Sie selbst und entdecken Sie die Vielfalt der schleswig-holsteinischen Geschichte, die sicher auch für Besucher, Tagesgäste und Urlauber unterhaltend ist.

Vielleicht schauen Sie sich das eine oder andere Gebäude, z. B. das Saldern-Haus in Neumünster, die Eingänge zu den ehemaligen Walfängern auf Sylt, die „sprechenden“ Grabsteine auf Föhr und Amrum, das Kloster in Preetz, die Bronzestatue des Neocorus in Büsum oder den begehbaren Globus in Gottorf am Herkulesteich an. Und es gibt noch so viel mehr zu sehen…..

Autor:
Jürgen Vogler hat noch mehr Bücher geschrieben, denn seit 1988 arbeitet er als Autor und Freier Journalist. Darunter sind weitere Historische Romane wie „Der Narr von Eutin“ von 2014 und „Der Marquis von Lübeck“ von 2016. Ab 2011 hat er auch den Krimi für sich entdeckt und veröffentlichte mehrere Kurzkrimis in Anthologien. Während der letzte Jahre erschienen drei weitere Krimis. Weitere Informationen gibt Jürgen Vogler auf seiner Internetseite: www.Juergenvogler.de

 

Fazit:
Der ehemalige Pressesprecher der Bundespolizei, Jürgen Vogler, hat 50 abwechslungsreiche Geschichten zusammengetragen, die kurzweilig und gut zu lesen sind. Spannend erzählt er über neue und ältere Begebenheiten, über Land und Leute. Einige Bilder lockern den Text auf.
Das Buch ist sehr zu empfehlen und man kann vor Ort selbst auf Entdeckungsreise damit gehen.
Ein schönes Buch über Schleswig-Holstein. Vielen Dank an den Autor.


Jürgen Vogler
Schleswig-Holstein gestern
50 Geschichten über Vergessenes und Kurioses
Broschiert mit 41 Abbildungen
244 Seiten
Euro 15,90 inkl. MwSt.
BoD


Samstag, 15. Mai 2021

NEU: Geschichten aus Floras Reich

ANTJE  PETERS-REIMANN

GESCHICHTEN  AUS  FLORAS  REICH

Mensch und Garten verbindet schon seit Urzeiten eine besondere Beziehung: kulturell verortet war diese Beziehung schon im „Garten Eden“ und sie ist es bis in die Gegenwart. Jede Zeit bringt Gärten hervor, die gewissermaßen die Essenz ihrer jeweiligen Epoche bilden – und das ist den Menschen zu verdanken, die diese Gärten gestalten. Was tat und tut der homo sapiens nicht alles, um seiner Pflanzenleidenschaft zu frönen?

„Grüne Revolutionäre“ haben in ihrer Zeit gartengestalterische oder pflanzenzüchterische Spuren hinterlassen, pflanzenbegeisterte Exzentriker und ambitionierte Laien haben Zeichen in der Gartenkultur gesetzt. Sie alle mussten – wie auch wir – lernen, dass Gärtnern eine „Schule des Lebens“ ist, die Geduld, Demut, Wissensdurst und Lernbereitschaft erfordert.

Und manche Blume, mancher Baum begleitet die Menschen schon seit Anbeginn der Zeiten und ist durch die Pflanzensymbolik tief in der Kulturgeschichte verwurzelt.

Dieses Bändchen nimmt den Leser mit auf eine vergnügliche Reise in die faszinierende Welt der Gartenkultur. Aus jeder Zeile spricht eine tiefe Leidenschaft fürs Paradies im Grünen: Und dies ist ja bekanntlich ein Garten ...

Autorin:
Die Gartenhistorikerin und Journalistin Antje Peters-Reimann M.A. hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: Schon seit vielen Jahren hat sie sich der Geschichte der Gartenkunst verschrieben.

In Vorträgen, Büchern und ihrem monatlichen Newsletter berichtet sie über bekannte und unbekannte Gärten und ihre Schöpfer und teilt mit ihren Zuhörern und Lesern die Welt des Gartens und ihre pflanzlichen und menschlichen „Bewohner“. Bereits ihr erstes Buch wurde mit dem Deutschen Gartenbuchpreis ausgezeichnet.


Antje Peters-Reimann
Geschichten aus Floras Reich
Hardcover, Fadenbindung
durchgehend farbig bebildert
124 Seiten
Euro 16,- inkl. MwSt.    jetzt kaufen

Dienstag, 11. Mai 2021

Rezension: Die Hofgärtnerin - Frühlingsträume, Roman

Penguin
Rezension 

RENA  ROSENTHAL

DIE  HOFGÄRTNERIN - Frühlingsträume
Roman     

Marleenes Traum ist es, wie ihr Vater, in der Hofgärtnerei arbeiten zu können. Sie liebt Blumen über alles, besonders einen seltenen zweifarbigen Flieder. Doch vorerst bleibt dies ein Traum, denn um 1891 hat sie keine Chance als Mädchen eine Lehrstelle zu bekommen.

Nachdem ihr Vater gestorben ist, bleibt Marleene und ihrer Mutter nichts anderes übrig, als das schöne Haus mit den vielen Fliedersträuchern zu verlassen. Da ihre Mutter krank ist, muss Marleene für den Unterhalt sorgen. Sie hat Glück, dass sie eine Anstellung als Zimmermädchen in einem Hotel hat. Eines Tages findet sie in einem Gästezimmer beim Aufräumen die Preisliste der Hofgärtnerei und die Sehnsucht nach einer Arbeit dort, kehrt zurück. Zweimal wurde sie bereits abgewiesen, die Arbeit in einer Gärtnerei ist nichts für Frauen, die viel zu schwach dafür sind, glaubte man damals.

Mit ihrer Cousine Frieda, die eine Verkäuferinnen-Lehre in einem Blumengeschäft anfängt, teilt Marleene sich ein ärmliches Zimmer. Auch sonst halten die beiden Mädchen zusammen, auch wenn dies im Laufe der Geschichte nicht immer einfach ist.

Denn Frieda lernt Manilo kennen, der sich in der Hofgärtnerei um die Pflanzen in der Orangerie kümmert, die im Winter warm gehalten werden müssen. Er kommt aus Italien und kennt sich mit den Zitronen, Orangen und weiteren Pflanzen der Mittelmeerregion bestens aus. Außerdem stehen hier die Blumen für die Blumenläden in der Stadt Oldenburg, in der die Handlung spielt. Doch nach einer schlechten Erfahrung hat Frieda Angst ihrer Cousine von der neuen Freundschaft mit Manilo zu erzählen.

Auch Marleene hat ein Geheimnis. Nach einem Besuch bei ihrer Mutter, steht für sie fest:  sie muss ihren Traum wahrmachen und Gärtnerin werden. Wie hat ihr Vater immer gesagt: „Du musst schon selbst dafür sorgen, dass du glücklich bist…“
Eine richtige Lehre will sie und keine Stelle als Hilfsarbeiterin, die nur Unkraut zupfen darf und bei der sie nicht einmal so viel verdient, um das Zimmer ihrer Mutter zu bezahlen.

Marleene weiß, dass in der Hofgärtnerei dringend Arbeiter gebraucht werden. Der Lehrling wurde hinausgeworfen, weil er Pflanzen gestohlen hat, einer hat eine bessere Stelle gefunden und ein anderer Mitarbeiter ist schon länger krank.
Fest entschlossen kramt sie ihre Sachen zusammen, von denen sie hoffte, ein wenig auf dem Kramermarkt verkaufen zu können und schafft sich vom Erlös ein weites Hemd, eine Kappe und lange Hosen an. Nun noch die Haare abschneiden und dann konnte sie als Junge durchgehen, oder ?

Und tatsächlich, nach einer etwas holperigen Vorstellung und mit Glück kann sie als Marten eine Lehrstelle in der Hofgärtnerei ergattern. Denn beinahe hätte der Besitzer, Alexander Goldbach, sie wieder weggeschickt, als er sieht, wie schmächtig der „Junge“ ist. Die schwere Arbeit mit den Bäumen, würde der Junge bestimmt nicht schaffen und wir haben sowieso kaum Geld, denkt er bei sich.

In dem Moment kommt ein Paar, das sich vor einigen Tagen in der Gärtnerei ziemlich lange umgesehen hat und unentschlossen wieder ging. Missmutig begrüßt Alexander Goldbach die Kunden und lässt Marten einen Moment stehen, so dass dieser das Gespräch mitverfolgt. Nach längerem Hin und Her wollen die Kunden Apfelbäume für eine Allee kaufen. Doch da kommt Marten eine Idee und er schaltet sich in das Gespräch ein, um den Kunden Kastanien anzubieten, denn Apfelbäume werden nicht so hoch, dass Kutschen darunter hindurchfahren können und Kastanien sind stattlicher und höher. Und Obstbäume können die Kunden doch trotzdem pflanzen. Damit überzeugt Marten den Hofgärtnereibesitzer von seinem Verkaufstalent und dieser gibt ihm eine Chance.

Nun beginnt für Marleene/Marten eine aufregende Zeit. Sie lernt die Mitarbeiter sowie die Familie Goldbach kennen und trifft auf ihre „Schulfeindin“ Rosalie, Tochter des Hauses und ihre Brüder, die Marleene während der Schulzeit einen bösen Streich spielten. Sie lernt viel und sieht zum ersten Mal Rhododendren, die Julius, der zweite Sohn, von einer Chinareise mitgebracht hat. Der erste Sohn Konstantin hat ein „besonderes“ Auge auf sie geworfen. 
Wird sie ihre Tarnung aufrecht erhalten können ? Und wie lange ? Lesen Sie selbst…..

Fazit:
Ein rundum lesenswerter Roman über eine Hofgärtnerei, seine Mitarbeiter, nebst Pflanzen. Er spielt Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts im Oldenburger Land. Noch heute findet in Westerstede, der Hauptstadt des Ammerlandes, alle vier Jahre eine Rhododendron-Messe statt, denn im Norden Deutschlands, in der sauren Moorbeeterde gedeihen Rhododendren, Azaleen, Heiden u.a. besonders gut.

Rena Rosenthal ist es ein Anliegen, die Situation von Frauen um 1890 in der Arbeitswelt darzustellen, gerade auch die von Gärtnerinnen. Sie zeigt, wie schwierig es für Frauen war, den Beruf lernen zu können, den sie liebten und nicht den Beruf, der von ihnen standesgemäß erwartet wurde. Dass ein Zimmermädchen (auch Hilfsarbeiterinnen) vor Nachstellungen und Übergriffen männlicher Gäste nicht gefeit ist, ist leider bis heute Tatsache. Daneben ist auch die Arbeitszeit ein wichtiges Thema im Roman, denn diese war damals noch nicht auf acht Stunden geregelt.

Tatsächlich haben die Eltern und die Schwester der Autorin eine Gärtnerei und so lassen sich sehr viele Beschreibungen im Roman, wie die Tätigkeiten und das Verhalten der Mitarbeiter, natürlich die Arbeit mit den Pflanzen, etc. gut und glaubwürdig nachvollziehen, die sich bis heute kaum geändert haben, wie das Schneiden und Veredeln von Stecklingen.

Ein gelungener Roman, aus dem leicht erkennbar wird, dass die Autorin weiß wovon sie schreibt mit ihrem gärtnerischen Hintergrundwissen. Die Spannung um die Enthüllung Martens wird bis zum Schluss aufrechterhalten. Die Autorin wählt eine gute Ausdrucksweise, des macht Freude, das Buch zu lesen. Und am Ende erfährt man noch, was man alles mit Flieder machen kann….

 Da ich in der Regel mehr Sachbücher als Romane rezensiere, war ich von diesem Buch angenehm überrascht, das sich nicht mit langweiligen und  leeren Phrasen aufhält, sondern die Leserin und den Leser auf spannende, unterhaltsame Weise durch die Gartenwelt von 1891 führt. Ich bin auf den 2. Teil sehr gespannt und kann Die Hofgärtnerin „Frühlingsträume“ jedem wärmstens empfehlen, der sich für die Zeit, die Region und die Pflanzen interessiert.

zum Angebot

Donnerstag, 21. Mai 2020

Rezension: Heilkraft der Alpen

Bergwelten Verlag
Rezension


Arnulf Hartl, Christine Geyer

HEILKRAFT  DER  ALPEN

Der Einband, die ersten und letzten Seiten, sowie einige im Inneren zeigen beeindruckend scharfe Bilder von Alpenregionen.

Die Krimmler Wasserfälle im österreichischen Pinzgau stehen am Anfang und am Ende des Buches.

Dr. Arnulf Hartl wurde die Frage gestellt, die ihn zu einer Änderung seiner beruflichen Tätigkeit bewegte: „Haben die Krimmler Wasserfälle einen positiven Einfluss auf die Gesundheit?“ und eine weitere Frage: „… Wasserfälle sind gesund - aber WARUM?“

Vom „Laborwissenschaftler“ wurde er zum Leiter des Instituts für Ökomedizin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg und beschäftigt sich mit obigen Fragen und wie die Natur auf unsere Gesundheit wirkt bzw. welchen Einfluss sie auf unser Wohlbefinden hat.

Kernaussage dieses Buches sind folgende Sätze: „Eine Vielzahl bereits publizierter Studien aus aller Welt belegen den positiven Effekt von Natur auf Gesundheit. Es ist mittlerweile wissenschaftliche Gewissheit, dass sich eine Reihe von Zivilisationskrankheiten durch die Interaktion mit der Natur behandeln und vorbeugen lassen.“

Inhalt des Buches ist die Vorstellung dieser umfangreichen wissenschaftlichen Studien und deren Forschungsergebnisse.
Beispiele zeigen eine positive Änderung der Probanden, Linderung von Allergien, Asthma, Depressionen, Stress und anderen „Großstadterkrankungen“ und Aufmerksamkeits-Defiziten, wenn man einige Zeit mit Wandern oder Bergsteigen in der Natur (Wald, Berge, Wiesen) verbringt und belegt die Tatsache, dass Menschen, die in ländlicher Umgebung leben im Allgemeinen weniger krank sind als Städter (von anderen Sorgen, wie das tägliche Auskommen abgesehen.)

Es werden viele Beobachtungen zum Verhältnis Natur - Mensch aufgezeigt, z.B. ob die Natur vor dem Menschen oder von dem Menschen geschützt werden muss.

Bezuggenommen wird auch auf die Aussagen zur Natur von Charles Darwin, Jean-Jacques Rousseau, Alexander von Humboldt u.a. des 19. Jahrhunderts, die ebenfalls ähnliche Erkenntnisse durch Beobachtung gewonnen haben.

Außerdem werden neue Begriffe wie Ökomedizin, Green Exercises (grüne Übungen), „Naturdefizitsyndrom“, „Biophilie“ (Liebe zum Leben), u.a. definiert und Anwendungen vorgestellt.

Letztendlich liegt es an einem selbst den ersten (Wander)Schritt zu tun und sich aktiv in die Natur zu begeben.
Das Buch hilft die wissenschaftlichen Zusammenhänge und Hintergründe zur Natur und Gesundheit bzw. Wohlbefinden zu verstehen.

Fazit
Gerade für Ärzte, Psychologen, Physiologen, Naturheilkundige, u.a. kann das Buch interessant sein und neue Erkenntnisse bringen.

Dass die Natur sowie das „Zurück zur Natur“ wieder mehr in den Fokus der Stadtbevölkerung rückt, zeigt der jahrelange erfolgreiche Verkauf von Zeitschriften wie „Landlust“, „Mein schönes Land“, „Servus“ und vielen anderen, die immer öfter politische Titel überholen.

Der an den Titel „Heilkraft der Alpen“ im wahrsten Sinne interessierte Leser wird vielleicht mit den vielen Untersuchungsergebnissen, Forschungsberichten und Belegen, dass die Natur unsere beste Arznei ist, überfordert werden. Etwas weniger Forschung und etwas mehr Beispiele, wie die Krimmler Wasserfälle und andere Orte, die konkret auf die Gesundheit wirken bzw. Angebote dazu, wären für den zukünftigen „Gesundheitswanderer“ konkret fassbarer als die Wiederholungen, dass die Natur generell und die Alpen im Besonderen gut für die Gesundheit sind.

Im Übrigen sind nicht nur die Alpen, sondern ebenso Küsten (Nord- und Ostsee), das Atlasgebirge in Nordafrika (noch weniger besucht, kaum Industrie, daher noch bessere Umweltbedingungen) und letztlich Wüsten, wie die Sahara (aus eigener langjähriger Erfahrung mit Asthma) Orte, die der Gesundheit sehr gut tun.

Autoren
Dr. Arnulf Hartl ist Leiter des Instituts für Ökomedizin an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg und forscht zu der medizinischen und psychologischen Wirkung der Natur auf die Gesundheit des Menschen.

Christina Geyer, gebürtige Wienerin, lebt und arbeitet als freie Journalistin in der steirischen Nationalparkregion Gesäuse.

Mit einem Vorwort von Ulrike Köstler, Präsidentin der Plattform Heilkraft der Alpen (FORUM VIA SANITAS).



Freitag, 4. Januar 2019

Lifeguide Augsburg - jetzt als Buch erhältlich

Oekom Verlag
NEU

LIFEGUIDE  AUGSBURG
 - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region -

Wer in Augsburg Stadt, Land und Aichach-Friedberg nach Orten sucht, die helfen, ein zukunftstaugliches Leben zu führen, bekommt sofort ein Buch mit all diesen Orten an die Hand. Den „Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“ für Touristen, Neubürger*innen und alle interessierten Alteingesessenen.

“Über Nachhaltigkeit in unserer Region zu berichten ist inspirierend. Wir zeigen, welche positiven Ideen und Projekte es in unserer immer unübersichtlicher werdenden Welt gibt – und das direkt vor unserer Haustür. Und wir lernen Menschen kennen, die diese Lösungen bereits leben. Das macht Mut.“ sagt Cynthia Matuszewski, Autorin des Lifeguide-Reiseführers und Chefredakteurin des Lifeguide Augsburg

Das Buch stellt eine Region vor, in der nachhaltiges Denken, Leben und Handeln immer weiter erstarkt.
Wo unverpackt und plastikfrei eingekauft werden kann und nachhaltige Mode entsteht.
Wo Stadt- und Landwirte gemeinsam säen und ernten und soziale und interkulturelle Projekte Menschen einander näher bringen.
Wo Nachhaltigkeit gemeinsame Sache ist.

Bei der spannenden Tour zu mehr als 200 nachhaltigen Orten in Augsburg und seinem Umland und lernen Sie Menschen kennen, die neue Wege gehen – in eine lebenswerte Zukunft!

Fünf nachhaltige Stadtrundgänge

Viele Menschen suchen nach Lösungen, wie sie ihren Alltag umweltverträglicher gestalten können. Im Internetportal Lifeguide Augsburg finden sie bereits seit 2016 Antworten auf ihre Fragen. Seit zwei Jahren informiert das werbefreie und nicht kommerzielle Internetportal über nachhaltiges Leben in Augsburg und in der Region.

Fünf Stadtrundgänge und eine Radtour führen die Leser*innen zu Orten in Augsburg, an denen nachhaltig gelebt, gearbeitet, produziert, repariert oder wiederverwertet wird.
Mit rund 200 Geschäften, Restaurants, Initiativen, Sehenswürdigkeiten und einem Kalender mit Nachhaltigkeitsterminen in Augsburg ist der „Lifeguide Augsburg“ eine Informationsquelle für alle, die nachhaltiger leben möchten, die sich auf neue Einkaufsmöglichkeiten und Geheimtipps freuen, die junge Geschäftsideen unterstützen wollen oder die neugierig auf Neues sind.

“Mit diesem handlichen Buch findet jeder schnell das passende nachhaltige Angebot. Das stärkt das nachhaltige Augsburg und zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind." Sylvia Schaab, Autorin des Lifeguide-Reiseführers, Redaktion Lifeguide Augsburg.

Es sind die Menschen, die Augsburg und die Region nachhaltig machen!

“Viele Menschen sind überrascht, wenn sie hören, wie viele Orte in Augsburg nachhaltige Angebote machen. Ich freue mich, dass wir diese nun auch in einem Buch darstellen konnten - für Augsburger*innen und für Besucher*innen.“  Torsten Mertz, Autor des Lifeguide-Reiseführers, Redaktion Lifeguide Augsburg

Das Buch stellt außerdem Menschen aus Augsburg vor, die in ihrem Leben bereits nachhaltige Ideen verwirklicht haben, die ihnen besonders am Herzen liegen. Sie setzen sich für plastikfreies Leben ein, betreiben umweltfreundliche Landwirtschaft oder gehen neue Wege des gemeinsamen Lebens, Arbeitens und Wirtschaftens.

In neun Kapiteln zeigt das Buch „Lifeguide Augsburg – Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“, wie gut nachhaltiges Leben in unserer Region funktioniert.


“Augsburgs Nachhaltigkeitsprozess genießt bundesweit Aufmerksamkeit. Gerade eben erst ist er als eines der vier innovativsten und wirksamsten Transformationsprojekte in Deutschland vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung ausgezeichnet worden. Klar, dass wir da gut dieses Buch machen können, ja: müssen!“ Dr. Norbert Stamm,  Autor des Lifeguide-Reiseführers, Lifeguide Region Augsburg e. V.


Lifeguide Augsburg- Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“
Paperback
mit vielen Farbbildern, Stadtteilpläne
180 Seiten
1.Auflage 2019
nur Euro 9,80 Euro / Euro 10,20 Euro (A).


Mittwoch, 5. September 2018

Rezension: Siddhartas letztes Geheimnis

DVA 
Rezension


ERICH  FOLLATH

SIDDHARTAS  LETZTES  GEHEIMNIS   
Eine Reise über die Seidenstraße zu den Quellen des Buddhismus

Der Titel ist etwas unglücklich gewählt. Es geht in dem Buch nicht hauptsächlich um den Gründer des Buddhismus Siddharta Gautama, sondern um den chinesischen Mönch Xuangzang, der sich auf Reisen nach Indien begibt, um zum Ursprung der buddhistischen Lehren zu gelangen und um dort alte Manuskripte zu studieren.

Der Journalist und Ostasienkenner Erich Follath setzt sich auf die Spuren des in Indien und China berühmten Mönchs und reist per Flugzeug, Bus und Taxi in rund einem Jahr durch sieben Länder, während der Mönch im 7. Jahrhundert noch 70 Königreiche und etliche hohe Berge überwinden musste, um zum Geburtsort des Siddharta Gautama in Nordindien zu gelangen. Seine Reise dauerte mehr als 16 Jahre. Heute sind nur noch Visa nötig, doch im 7. Jahrhundert halfen nur Empfehlungsschreiben und ausreichende Geschenke und Lasttiere, um möglichst unbeschadet von einem Ort zum anderen zu reisen. Dennoch setzten dem chinesischen Mönch aus dem heutigen Luoyang Stürme, Schnee und Räuber zu und er verlor einmal fast die Hälfte seiner Begleiter und Tiere und ein anderes Mal etliche Manuskripte auf dem Rückweg in seine Heimat.

„Kann es sein, dass Gott nur stört?“ fragt sich der Autor im  Vorwort und führt Interviews mit einem Kardinal-Erzbischof, einem Großayatollah und einem indischen Höhepriester. Er hat dabei aber eher das Gefühl mit gewieften Politikern als mit ehrbaren Männern der Religion zu sprechen.

Doch was macht den Buddhismus aus, der keinen Gott kennt, sondern auf „Gewaltlosigkeit, Mitgefühl und Achtung vor der Natur“ setzt ? Dazu spricht der Autor mit dem Dalai Lama und dieser empfiehlt ihm, auf den Spuren des Mönchs Hsüang Tsang oder Hiuen Tsiang oder auch Xuangzang nach Indien zu reisen und diese Reise ist der Inhalt des vorliegenden Buches.

Nach dem Tod seiner Eltern wächst Chen Yi, wie Xuangzang als Kind heißt, mit seinen Brüdern in einem buddhistischen Kloster seiner Heimatstadt auf. Er lernt Sanskrit, um die heiligen Schriften lesen zu können, doch kommen ihm Zweifel. Bei der Auslegung der Texte zerfällt der Buddhismus in verschiedene Schulen und Xuangzang grübelt, ob die Erleuchtung nur Mönchen zu Teil wird oder allen Menschen.
Während seines Studiums der Lehren Buddhas kommt er zu dem Schluss, dass er die Wahrheit nur in der Heimat Buddhas finden kann und so packt er seine Sachen und begibt sich immer weiter nach Westen an den Rand des chinesischen Reiches der Tang-Dynastie. Trotz des Verbots des Kaisers China zu verlassen, treibt ihn sein Plan voran. Er will nach Nordindien pilgern zum Geburtsort Siddhartas, zum heiligen Baum, zum Kloster Nalanda, zu den Stätten an denen Buddha gewirkt hat und vor allem die Manuskripte an der Originalbibliothek studieren und übersetzen. Tatsächlich gelingt ihm das, die Reise nimmt ein gutes Ende und Xuangzang wird am Ende ein guter Freund und Berater des Kaisers, der vor ihm stirbt. Xuangzang bleibt im Palast als Vertrauter und wirkt, auch unter dem Sohn des Kaisers, bis er 664 stirbt.

Bis heute wird Xuangzang in China und in Indien verehrt und der Autor stand immer wieder vor Standbildern des Pilgers. Xuangzang vergaß allen seinen Aufgaben nicht, seine eigene Geschichte und die Reiseerlebnisse aufschreiben zu lassen und so liegen bis heute der Reisebericht und seine Aufzeichnungen vor. Diese hat nun Erich Follath als Grundlage genommen und schildert sehr interessant die heutige Situation in den bereisten Orten. Manche Städte in China sind kaum wieder zu erkennen und um die ursprünglichen Plätze zu finden, muss er sich mehrmals erkundigen, so versteckt liegen sie heute. Der Autor kennt Asien durch seine Arbeit gut  und hat die Orte mehrmals während seiner journalistischen Tätigkeit besucht und so lassen sich Vergleiche aus den 1980er Jahren bis heute anstellen.
Ein Teil der gereisten Strecke nimmt die alte Seidenstraße ein und auch die neue Seidenstraße ist ein spannend geschriebenes Thema und man erfährt vieles, was man nur hört, wenn man mit den Leuten vor Ort spricht wie, z.B. den massenhaften Übertritt zum Buddhismus vieler Inder, was in der offiziellen Statistik ignoriert wird.

Autor:
Erich Follath, 1949 geboren, ist promovierter Politikwissenschaftler und bekannter Sachbuchautor. Lange Jahre war er für den SPIEGEL als Diplomatischer Korrespondent und als Auslandschef tätig, unterwegs war er vor allem im Nahen Osten, auf dem indischen Subkontinent und in Ostasien. Über die Geschichte dieser Regionen, über die Menschen und ihre Kulturen hat er zahlreiche Reportagen geschrieben. Seine Bücher »Das Vermächtnis des Dalai Lama« (2007) und »Die neuen Großmächte« (2013) wurden zu Bestsellern. Für »Jenseits aller Grenzen« (2016) hat er innerhalb eines Jahres die wichtigsten Stationen des Ibn Battuta besucht und die Eindrücke mit seinen früheren Reiseerlebnissen vereint. (Verlagstext)

Fazit:
Ein sehr interessantes und spannend geschriebenes Buch. Bilder des Autors ergänzen den Text. Die Lehre des Buddhismus wird allerdings nur in einem kurzen Überblick beschrieben, das letzte Geheimnis Siddhartas, wie der Titel lautet, ist der Inhalt einer Herz-Sutra, wobei diese erst am Ende des Buches nur kurz angesprochen wird. Wer also mehr über Siddharta und den Buddhismus erfahren möchte, greift lieber zu einem eindeutigeren Titel.
Wer sich aber über die Reise des berühmt gewordenen chinesischen Mönchs Xuangzang (602 - 664) und vor allem über die heutige Lage in den bereisten Ländern informieren möchte, dem sei dieses Buch durchaus zu empfehlen.

zum Angebot


Sonntag, 20. Mai 2018

NEU: Unheimliche Orte in Deutschland, Rezension

Frederking & Thaler
Rezension

Henning Aubel (Hrsg.)

Das Buch der unheimlichen Orte in Deutschland   
 Schaurige Plätze und ihre Geschichten

Möchten Sie Deutschland von seiner mysteriösen Seite kennen lernen, sollten Sie zu diesem interessanten Buch greifen. Bald beginnt die Urlaubszeit und Deutschland ist nach wie vor ein beliebtes Reiseziel. Abenteuer kann man auch hierzulande erleben und warum sollte es nicht einmal unheimlich und spannend werden ?

Von Nord nach Süd und West nach Ost werden Felsen, Seen, Ruinen, Kapellen und Keller mit „Gruselgeschichten“ vorgestellt.
Das Autorenteam begab sich auf Reisen und entdeckte spannende Plätze und einsame Orte mit Legenden und Sagen.

Man kennt die Geschichte der Loreley am Rhein, aber kennen Sie auch die „wilden Fräuleins von Hindelang“ oder das „Land der Hexen und Gespenster“? Die Harzer Brockenhexen sind einem schon eher geläufig, aber die wilden Fräuleins, die sich mit den Männern vor Ort einließen und deren Namen man nicht suchen sollte, kennen wahrscheinlich mehr die „Insider“ im Allgäu.

Wer in Norddeutschland zur Schule gegangen ist, hat bestimmt die Moorleichen im Schleswiger Museum besucht oder kennt die Geschichten der sagenumwobenen Stadt Rungholt, das Atlantis der Nordsee.
Oft werden ungewöhnlichen Felsbrocken oder bizarren Bergformationen Legenden angeheftet. In diesem Buch geben die Sagen über die Watzmannfamilie im Berchtesgadener Land, die Externsteine im Teutoburger Wald, die gewaltigen Findlinge der Visbeker Formation „Braut und Bräutigam“ bei Oldenburg oder der „Boitiner Steintanz“ bei Bützow gute Beispiele davon ab.

Auch beklemmend wirkende Orte werden beschrieben. Sie sind weniger von Legenden umwoben, als vielmehr von bitterer Realität - sie haben mit Krieg zu tun. Hier sei das U-Boot 995 bei Laboe an der Ostsee erwähnt, heute zur Besichtigung freigegeben, ebenso der Regierungsbunker im Ahrtal oder die „gigantische Ferienanlage“ Prora auf Rügen. Sie sollte gleichzeitig 20.000 Urlaubern Platz bieten. Die acht Betonbauten geben ein Beispiel „nationalsozialistischer Architektur“ ab. Doch Urlauber kamen keine, der 2. Weltkrieg war ausgebrochen. Der Bunker im lieblichen Ahrtal liegt versteckt zwischen Weinbergen und Wäldern. Etwa dreitausend Menschen der Staatsregierung sollten bei einem Kriegsausbruch rund einen Monat ausharren können. Ein beklemmendes Gefühl bekommt man schon beim Durchgehen durch das sehr schmale Innere des U-Boots, das am Strand von Laboe steht, wie war es wohl dann für die Matrosen unter dem Meer ?

Nichts für schwache Nerven ist der schmale Weg durch die dunkle Höllentalklamm bei Grainau im Wettersteingebirge, der nur im Sommer begehbar ist. Doch am Ende wartet ein weiter Blick auf die Zugspitze und den Höllentalferner. Auch die Pollingsrieder Kapelle am Starnberger See soll in früheren Zeiten ein schauriger Ort mit Geistern und Höllenhunden gewesen sein.

Auf über 220 Seiten haben die vier Autorinnen und Autoren 51 Geschichten und Informationen zusammengetragen und herausgegeben. Jeder sagenumwobenen Ort wird auf drei Seiten mit kleinen Bildern beschrieben, dem ein großformatiges Bild und ein Kartenausschnitt vorangestellt wurden. Ein Register Bild- und Textnachweis und eine Vorstellung der Autorinnen und Autoren schließen das schöne Buch ab.

Autorenteam:
Henning Aubel, Sabine Durdel-Hoffmann, Dr. Petra Gallmeister, Brigitte Lotz

Fazit:
Wenn Sie in Deutschland auf Reisen gehen, nehmen Sie am besten das Buch mit. Es ist spannend geschrieben und auf dem Kartenausschnitt ist der mysteriöse Ort umrahmt, so dass Sie ihn finden. Vielleicht wohnen Sie in der Nähe, warum nicht mal einen Ausflug zu einem der Plätze unternehmen und den Kindern die geheimnisvollen Stätten zeigen ? Das „Buch der unheimlichen Orte in Deutschland“ ist auf jeden Fall lesenswert und wird sehr empfohlen.


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Henning Aubel
Das Buch der unheimlichen Orte in Deutschland
Hardcover, ca. 140 Abbildungen
Format 19,3 x 26,1 cm
224 Seiten
1.Auflage März 2018

Euro 25,99  inkl. MwSt.   hier kaufen

Freitag, 23. März 2018

Rezension: Reiselust und Gartenträume

DVA
Reiselust und Gartenträume     Rezension  

Heidi Howcroft
Mit den „Gartenzwergen“ unterwegs

Schon der Schutzumschlag macht auf den Inhalt neugierig. Die Palme auf einem Boot, die zwischen den Mauern eines weißgetünchten Palais in den Himmel wächst vor einer Bergkulisse ist ein Gemälde der Künstlerin Binette Schröder.

„Reiselust & Gartenträume“ - welch wundervolle Zusammenstellung und dies in Verbindung mit einer Kreuzfahrt - besser kann eine Reise für Gartenliebhaber kaum sein. Und wenn eine Landschaftsarchitektin und Engländerin wie Heidi Howcroft die Ausflüge zu den Gartenparadiesen begleitet und fachkundig erläutert, ist der Urlaub perfekt.

Mit dem Kreuzfahrtschiff zu den Gärten in Europa, Afrika, Karibik und Asien

Von Reisen mit der MS Deutschland und Sea Cloud II, die zwischen 2006 und 2014 durchgeführt wurden, erzählt die Autorin ihre amüsanten Geschichten zu fernen Gärten und Parks. Beginnend im Westen Europas mit Irland, Schottland und den Orkney-Inseln, Madeira und den Azoren geht es über Italien, Sizilien und Marokko weiter in die Karibik und endet in Hongkong, Taiwan und Shanghai.

An Bord durch Vorträge vorbereitet, entdecken die „Gartenzwerge“, so der Name der vielen Teilnehmer, die die Ausflüge gebucht haben, die botanischen Paradiese mit Hilfe der ortskundigen Busfahrer, die manchen Geheimtipp beisteuern, Stadtführern, die eigene Rezepte für Spezialitäten weitergeben und weiteren Helfern, die die Erzählungen der Autorin bereichern.

Versteckte Gartenparadiese

Oft überraschen nicht die großen Parks sondern eher die versteckten Privatgärten mit üppiger Blütenpracht in schwierigsten Bedingungen, wie zum Beispiel auf den Orkney-Inseln, wo der Wind so kräftig weht, dass die Bäume nicht höher als eine Mauer wachsen können, bevor sie „zerfetzt“ werden. Durch den Golfstrom herrschen milde Temperaturen und zwischen Mitternachtssonne und dunklen Wintermonaten blühen hier alle Blumen kurz und gleichzeitig, besonders gut gedeihen Stauden.

In Marokko wird auf den Besuch des andalusischen Gartens in Chefchaouen verzichtet, dafür ist der Spaziergang durch die „blaue“ Medina umso aufregender. Doch ein Spaziergang durch den Jardin Majorelle in Marrakech sollte natürlich nicht ausgelassen werden.

Humorvoll, mit spannenden historischen und gärtnerischen Fakten zu den Gartenbesitzern und Parks reist der Leser von einem Gartenparadies zum nächsten und erfährt ebenfalls etwas über die Kreuzfahrterlebnisse der Autorin. Durch die detaillierte Beschreibung kann man sich als Leser die Anlagen und Anordnung der Pflanzen, Töpfe und Dekorationen im Garten gut vorstellen.

Autorin:
Heidi Howcroft ist eine bekannte Landschaftsarchitektin, Autorin und Gartenjournalistin. Die deutschsprachige Britin hat bereits 30 Bücher veröffentlicht, sie schreibt eine regelmäßige Kolumne für das Magazin Ratgeber Lust auf Natur und ist Gartenexpertin bei NZZ Bellevue, dem Online Lifestyle-Portal der Neuen Zürcher Zeitung, wo sie ihr Garten-Know-how vermittelt.
Wenn Heidi Howcroft nicht auf Reisen ist, arbeitet sie in ihrem Schreibatelier mit Blick auf den Cottage-Garten in einem kleinen Dorf in Somerset, England.

Fazit:
Ein unterhaltsam geschriebenes Buch, abwechslungsreich und spannend. Man spürt die Liebe der Autorin zu ihrer Tätigkeit.
Besonders hilfreich für Interessierte sind die Internetadressen der Gärten und Hotels, die das Geschriebene noch unterstreichen. Am besten legt man sich beim Lesen ein Tablet oder Handy daneben, um gleichzeitig die Bilder der Gärten und Pflanzen betrachten zu können, denn im Buch gibt es leider keine Bilder. So wirkt der Einblick noch intensiver und wenn eine Reise geplant wird, sind die Öffnungszeiten und Informationen zu Spaziergängen oder Blütezeiten eine gute Unterstützung.
Sehr empfehlenswert.

Zurecht erhielt dieses Buch den 2. Preis in der Kategorie „Bester Garten-Reiseführer 2018“ des Deutschen Gartenbuchpreises und European Garden Book Award auf Schloss Dennenlohe.

Weitere Informationen zur Autorin unter: www.heidi-howcroft.de

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HEIDI  HOWCROFT
REISELUST & GARTENTRÄUME
Geschichten über Reisen  zu fernen Gartenparadiesen
Gebunden mit Schutzumschlag
248 Seiten
1.Auflage 2017
Euro 14,95 inkl. MwSt.   hier kaufen

Donnerstag, 3. November 2016

WISSEN Geschichte, neues Magazin

e-media

Neues Magazin „WISSEN Geschichte“

Berühmte Sehenswürdigkeiten und markante Orte haben ihre eigene Vergangenheit. Welche das ist, erzählt das neue Magazin „WISSEN Geschichte“, das am 30. November zum ersten Mal erscheint.  Chefredakteur ist Wolfgang Koser, der sich in der Startausgabe u.a. mit Schlössern, die Geschichte schrieben, beschäftigt. Großformatige Bilder illustrieren die eindrucksvollen Zeitreisen, die mit vielen verblüffenden Informationen gespickt sind. "Wir beleuchten in dem neuen Magazin Orte mit historischem Hintergrund aus einer anderen Perspektive", erklärt Wolfgang Koser. Angesprochen werden Geschichtsinteressierte und Reisende, die diese Plätze besuchen.

Burgen und Paläste
In Ausgabe eins geht es um Burgen und Paläste, die Zeugnis von der Pracht vergangener Monarchien geben. Vom Londoner Tower bis zum ceylonesischen Sigiriya. Weitere Themen sind Petra, Felsenstadt der Nabatäer, Gizehs verlorener Pharao und die Bars und Stierkampfarenen Spaniens, von denen sich einst der große Schriftsteller Ernest Hemingway inspirieren ließ.

Reiseführer durch die Vergangenheit
Das Magazin ist ein Lizenzprodukt der britischen "Explore History" vom Verlag Future Publishing aus Bournemouth. "Dort werden Städte, Landschaften, Burgen, Schlösser und historische Persönlichkeiten vorgestellt und ausführlich erklärt, was dort passiert ist. „WISSEN Geschichte“ versteht sich als Reiseführer durch die Vergangenheit", so der Chefredakteur.

"WISSEN Geschichte"
Mit dem Zweimonatstitel "WISSEN Geschichte" bringt eMedia, ein Tochterunternehmen von Heise Medien, den vierten regelmäßig erscheinenden Titel heraus. Wie alle anderen Titel wird auch "WISSEN Geschichte" auf hochwertigem Papier gedruckt, um den Lesern eine optimale Optik und Haptik zu bieten.  Das Magazin umfasst rund 100 Seiten und erscheint am 30. November mit einer Startauflage von 40.000 Heften für Euro 5,90 pro Heft. Die zweite Ausgabe ist dann am 1. März 2017 erhältlich.

Die eMedia GmbH ist ein auf Lizenzprodukte spezialisiertes Unternehmen und gehört zu Heise Medien, Hannover. Bei eMedia erscheinen derzeit das Wissensmagazin WISSEN, SPACE - das Weltraum-Magazin und das Computerspiele-Magazin RetroGamer in Lizenz des britischen Verlags Future Publishing, Bournemouth. Die Geschäftsführer sind Dr. Alfons Schräder und Jörg Mühle.

Quelle: obs/Heise Medien/WISSEN Geschichte

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Übersetzerpreis 2016 für Dr. Michael Stein

manesse

Übersetzerpreis 2016 für Dr. Michael Stein

Am Montag, 7. November 2016 erhält Dr. Michael Stein den Japan Foundation Übersetzerpreis für die Neuübersetzung des «Kopfkissenbuchs» von Sei Shōnagon aus dem Manesse Verlag.

Seit 1999 verleiht das Japanische Kulturinstitut (The Japan Foundation) einen Übersetzerpreis in Höhe von 5000 Euro für das beste in den letzten drei Jahren aus der japanischen in die deutsche Sprache übersetzte und im deutschsprachigen Raum als Buch erschienene literarische Werk.

Dr. Michael Stein, geb. 1948, studierte Japanologie mit Schwerpunkt klassische Literatur in Frankfurt a. Main sowie europäische Theaterwissenschaft in Frankfurt a. Main und Genua. Er promovierte über die Heian-Zeit (794–1185), jene Epoche also, in der das «Kopfkissenbuch» entstand.
Seit 1980 ist er Universitätsdozent an der Musikfakultät der Nationalen Hochschule der Künste in Tokyo. Mit seiner Monographie «Japans Kurtisanen» von 1997 verfasste er eine umfangreiche Kultur- und Sittengeschichte fernöstlicher Erotik und Unterhaltungskunst.
Im Manesse Verlag erschien 2008 seine hochgelobte Übersetzung von Japans erster moderner Klassikerin Higuchi Ichiyo «Mond überm Dachfirst».
Seine Neuübersetzung von Sei Shōnagons «Kopfkissenbuch» beruht auf jahrzehntelanger Beschäftigung mit diesem Hauptwerk der japanischen Literatur und dessen historischem Hintergrund.

Sei Shonagon (ca. 966-nach 1010) stammte aus einer literarisch und wissenschaftlich hochbegabten Familie. Ihr Vater war ein bekannter Dichter und trat mit sechsundzwanzig Jahren in den Dienst der Kaiserin Sadako und verbrachte ein Jahrzehnt bis zu deren Tod im Hofdienst.

Im Oktober 2015 erschien bei Manesse die Neuausgabe einer erstmals vollständigen Fassung von Sei Shonagons «Kopfkissenbuch», einem der frühesten und immer noch bedeutendsten literarischen Werke der japanischen Literatur.

Der Verlag möchte mit seiner Neuübersetzung die Leserinnen und Leser zu dieser poetischen Zeitreise an den japanischen Kaiserhof des Jahres 1000 einladen:

„Ein Bündel edlen Papiers diente Sei Shonagon damals als Notizbuch. Ihm vertraute sie an, was ihr durch den Kopf ging, darunter Vertrauliches und Delikates aus den Privatgemächern des Kaiserpalasts. Ihre «Telegramme» aus einer sagenhaften Hochkultur gewähren tiefe Einblicke in das Japan der Heian-Zeit wie auch ins Seelenleben der Verfasserin selbst. Ihr radikal subjektives Bekenntnisbuch, erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt und dabei von aller falschen Süßlichkeit befreit, bezaubert durch seinen klaren, ungekünstelten Ton. Freizügig stellt hier eine kluge, selbstbewusste Frau Weltbewegendes neben scheinbar Banales, spricht über Mode oder Galanterie und entlarvt mit spitzer Feder das Intrigenspiel bei Hofe. Mit ihren lebendigen, ungezwungenen Improvisationen voller Witz und Scharfsinn schuf sie die literarische Gattung zuihitsu, und zeichnete «dem Pinsel folgend» all das auf, was ihr im Augenblick bemerkenswert erschien. In Japan ahmten Dichter, Schriftsteller und Priester sie nach, ohne jedoch jemals wieder die Ursprünglichkeit und Feinheit ihres Vorbildes zu erreichen.“

Preisverleihung:
Montag, 7.November 2016  um 19 Uhr
Japanisches Kulturinstitut Köln (The Japan Foundation)
Universitätsstraße 98
50674 Köln

In Verbindung mit der Preisverleihung ist eine Lesung aus dem Buch vorgesehen wie auch eine Einführung von Dr. Elisabeth Scherer, Institut für Modernes Japan der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Barbara Conrady-Takenaka als Sprecherin. In Kooperation mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft zu Köln e.V.

Sei Shōnagon
Kopfkissenbuch
Neuübersetzung! Erstmals vollständig auf Deutsch! Mit lesefreundlichem Kommentar
Aus dem Japanischen übersetzt, herausgegeben und benachwortet von Michael Stein
Bibliophile Prachtausgabe, foliengeprägter Leinenband mit zweifarbigem Schmucksatz,
384 Seiten
Euro 59,95 inkl. MwSt.     jetzt kaufen

Montag, 19. September 2016

Buchempfehlung: The golden Teapot und Le dernier verre

THE  GOLDEN  TEAPOT
LE  DERNER  VERRE

Kurzgeschichten zum Englisch und Französisch lernen

Wer in den Ferien oder im Urlaub seine Englisch und Französisch-Kenntnisse auffrischen möchte, dem seien die beiden Kurzgeschichtenbände „The Golden Teapot“ und „Le dernier verre“ von PONS empfohlen. Nicht nur für Schüler, auch Erwachsene werden über die Geschichten schmunzeln und die spannenden Kurzkrimis gern lesen. Das Sprachniveau liegt bei A2 im französischen Band und A2-B1 im englischen Band. Beide Bände passen im handlichen Format in jede Tasche und enthalten je 128 Seiten.

The Golden Teapot
Das englische Buch enthält eine Englandkarte, auf der die Orte der Handlungen markiert sind. Neben der „goldenen Teekanne“ erfährt der Leser, wieso sich die Queen aus dem Staub macht, wie Bilder im Museum einen Heiratsantrag beeinflussen, wie der verborgene Druide im Alltag lebt und wieso eine „Kröte im Loch“ etwas zu essen ist.
Die 20 Kurzgeschichten sind spannend und lustig erzählt und werden mit farbigen Bildern ergänzt. Die Bildunterschriften sind in Deutsch geschrieben und geben Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Spezialitäten oder Eigenheiten der Engländer.
Die beiden Autorinnen sind Engländerinnen und leben in London. Emma Bullimore studierte Germanistik in Oxford und arbeitete in Hamburg, Berlin und Wien als Journalistin für den Stern und Spiegel, u.a. Mary Evans ist Autorin und Journalistin in London und publizierte 2014 das Kinderbuch „Who let the Gods out?“ Sie präsentierte ihre Geschichten auf verschiedenen Festivals.

Le Dernier Verre
Das französische Buch enthält 14 Kurzkrimis, die zwischen sechs und neun Seiten lang sind. Daran schließt sich jeweils ein Schwarz-Weiß-Bild mit Beschreibung in deutscher Sprache. Die Kriminalgeschichten spielen in verschiedenen Regionen Frankreichs, die auf einer Karte am Buchanfang eingezeichnet sind. Eine Wortliste am Ende des Bandes ergänzt die Vokabelliste im Text. Hexenjagd, Das perfekte Verbrechen, Das Phantom von van Gogh, Eine letzte Chance sind einige der Titel von Katja Retieb, die nicht nur diesen Titel sondern auch einen Reiseführer mit besonderem Augenmerk auf die Literatur und Schriftsteller über Paris geschrieben hat. Sie ist ausserdem als Studienreiseleiterin in Frankreich unterwegs.




Der PONS Sprachenverlag gehört zur Klett Verlagsgruppe in Stuttgart. Seit 1978 werden hier Wörterbücher und Sprachlernmaterialien verlegt.
Nicht nur für Schüler, auch für Erwachsene werden Bücher und Sprachkurse für 32 verschiedene Sprachen von Arabisch bis Ungarisch angeboten.
Darüber hinaus helfen über 400 Sprachen-Apps und die kostenlosen Online-Wörterbücher für
14 Sprachen unterwegs auf Reisen, in der Freizeit, in der Schule und im Beruf.

Fazit:
Zwei amüsante, spannende und kurzweilige Bücher, die nebenbei die englischen und französischen Sprachkenntnisse aufbessern oder erweitern. Man kann sie immer wieder einmal in die Hand nehmen oder als „Minireiseführer“ im Reisegepäck mitnehmen. Gut zu lesen und sehr zu empfehlen.


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The golden Teapot
20 landestypische Kurzgeschichten zum Englischlernen
Sie lieben England und alles, was dazugehört? Dann tauchen Sie ins Land ein und frischen Sie ganz nebenbei Ihre Englischkenntnisse auf!
Mit 20 abwechslungsreichen Kurzgeschichten rund um die Insel erweitern Sie spielend Ihre Lesekompetenz. Wortangaben auf jeder Seite helfen Ihnen dabei.
Zahlreiche bebilderte Spezial-Seiten zu Schauplätzen, Personen oder Handlungen machen Wortschatzlernen zum reinsten Vergnügen.
Texte und Bilder werden verknüpft und erleichtern so schnelles Lesen und Memorieren.
Für Wiedereinsteiger (A2) und Fortgeschrittene (B1).

Emma Bullimore, Mary Evans
The golden Teapot
Broschur, Format: 12,5 x 19 cm
128 Seiten mit Farbbildern
nur Euro 7,99 inkl. MwSt.   Buch kaufen

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Le dernier verre
Mörderische Kurzkrimis zum Französischlernen. Mit Online-Wortschatztrainer.
Schwierige Wörter werden extra erklärt.
Extra-Rubriken mit Informationen zum Tatort bei jeder Geschichte.
Der Wortschatz aus jeder Geschichte kann online und mit der App trainiert werden.
Für Anfänger mit Vorkenntnissen und Wiedereinsteiger (A2).

Katja Retieb
Le dernier verre
Broschur, Format: 12,5 x 19 cm
128 Seiten mit schwarz-weiß Bildern
nur Euro 7,99 inkl. MwSt.    Buch kaufen



Samstag, 3. September 2016

Rezension: Reiseführer des Zufalls

Kommode

Rezension

Lena Grossmüller

Reiseführer des Zufalls 

Ein handliches Büchlein mit hellblauer Schrift auf weißem Cover. Innen abwechselnd blaue Seiten, die mit nur einer Frage beschrieben sind und weiße Seiten, die mit blauer Schrift und großen Lettern bedruckt sind und eine Idee oder Aufforderung zum Tun enthalten. So kommt der „andere Stadtführer“ daher.  

Eine Hommage an den Zufall - ein Affront gegen die Komfortzone

Schon der erste Essay beschäftigt sich mit dem Zufall als dem „Feindbild moderner Lebensführung“ in der alles geplant ist. Ist das nicht langweilig, wenn man alles schon vorher weiß? Wo bleibt die Überraschung?
In den Essays beschreibt die Autorin, Lena Grossmüller ihre Gedanken zum Thema Reisen. Erwartungen und Enttäuschungen während der Reisen; sie denkt über den Zufall, Experimente, Serendipität, den Alltag, das Banale nach.

Suche nach Unbekanntem in der eigenen Stadt

Die Autorin lenkt den Blick auf scheinbar (Un-)Bekanntes in der eigenen Stadt, das einem im ersten Moment gar nicht in den Sinn kommt, denn man wohnt ja in diesem Ort/dieser Stadt.
Spazieren Sie durch Ihren Ort mit neuen Ideen und betrachten Sie ihre Mitbewohner aus einem neuen Blickwinkel. Machen Sie ein Stadtexperiment wie dieses: Start am Markt, Suche nach dem schlafenden Händler oder den originellsten Verkaufsstand, den Markt verlassen und einer interessanten Person folgen. Warum ist diese Person interessant? Folgen Sie der Person so lange, bis sie sich umsieht und gehen Sie dann nach rechts. Auf diesem Weg sammeln Sie Farben und Düfte der Stadt. Welche Farben sehen Sie? Wonach riecht die Stadt? Der Rundgang endet im Supermarkt. Kaufen Sie eine Wasserflasche, die entweder „das schönste Etikett hat, die am günstigsten ist, oder die völlig aus der Reihe tanzt.“ So stillen Sie ihren „Jäger- und Sammler-Durst“.

Jeden Tag eine gute Tat

Andere Beispiele sind: Dinge verschenken, dem Nachfolger die Tür aufhalten, Komplimente machen, Jemanden überraschen, Fremde anlächeln (kommt leider viel zu selten vor!)

Das A bis Z der Vorbereitung enthält Stichworte wie Aufbruch, Flaneur, Impuls, Muße, Sehenswürdigkeiten, Umweg, Zufall und dazu kurze Beschreibungen wie beispielsweise X = Xenophobie: „Ist die Vorliebe für fremde, unbekannte Dinge und Menschen“ oder J wie Jetzt: „Genieße das Jetzt“, am besten mit diesem ungewöhnlichen und lesenswerten Reiseführer des Zufalls, der immer dabei sein könnte, wenn Sie irgendwo auf dieser schönen Erde unterwegs sind.

Am Ende des Büchleins steht die wahrscheinlich unmöglichste Aufforderung an den modernen Menschen: „Sendepause - lasse dein Smartphone heute zu Hause“.  Darüber lohnt es sich nachzudenken.

Autorin:
Lena Grossmüller, Schweiz
„Der Reiseführer des Zufalls ist als Masterprojekt innerhalb eines größeren Teams an der Züricher Hochschule der Künste ZHDK m Departement Design entstanden.“

Fazit:
Der Reiseführer des Zufalls ist ein Büchlein, das man überall hin mitnehmen kann. Ob die Anregungen in der eigenen Stadt oder in einem anderen Land ausprobiert werden, kann man selbst entscheiden. Es ist auch ein Buch, das zum Nachdenken anregt und es gibt Platz darin diese Gedanken hineinzuschreiben. Es ist ein zeitloses Buch, denn man muss nicht alles in einer Woche oder einem Monat oder überhaupt machen, die Gedanken und Anregungen der Autorin sind immer wieder durchführbar. Ein empfehlenswerter Führer für den modernen Reisenden. 

Buchempfehlung: Reiseführer des Zufalls

Kommode

LENA  GROSSMÜLLER

REISEFÜHRER  DES  ZUFALLS
DSCVR

Ein Reiseführer, der eigentlich keiner ist: Anstatt durch die Stadt zu führen, gibt der Reiseführer des Zufalls Anregungen, sich zu verlieren. Er wirft Fragen auf, motiviert zur Interaktion und regt zum Perspektivenwechsel an. Eine Hommage an das Ungewöhnliche, Überraschende und Unbekannte, ein Affront gegen die Komfortzone.

Mit über 50 Impulsen und Stadtexperimenten inspiriert der Reiseführer des Zufalls sowohl zu neuen Entdeckungen und interessanten Begegnungen, als auch zu Gelassenheit und Musse auf Reisen.
Und das Beste: Er ist in jeder Stadt der Welt anwendbar.

Lena Grossmüller
Reiseführer des Zufalls
Broschur, Format: 16,5 x 12,5
156 Seiten
5. Auflage 2016
Euro 23,- inkl. MwSt.  Buch kaufen


Donnerstag, 25. August 2016

Buchempfehlung: Lucky, ein Gecko auf Reisen

Kommode
NEU

MARTIN  AVI  ABRAHAM

LUCKY  -  EIN  GECKO  AUF  REISEN  
Kinderbuch auch für große Leser

Lucky – ein Gecko auf Reisen erzählt die Geschichte eines jungen Geckos, der sein Zuhause auf der tropischen Insel Bali verlässt und sich auf eine große Reise begibt. Neugier und Wissensdurst locken den kleinen Gecko zu neuen Ufern. Der Versuch, sich selbst und die Welt zu verstehen, treibt ihn an. Island wird dabei zu seinem Sehnsuchtsort. Auf dem Weg dahin durchlebt Lucky Abenteuer in Asien, Afrika und Europa. Er lernt fremde Kulturen, Tiere und Menschen kennen und erfährt immer mehr über sich selbst.
 All diese Erfahrungen steuern den kleinen Gecko letztlich nicht nur nach Island, sondern führen ihn zu der größten aller Fragen, der Frage nach dem Sinn des Lebens.

 Lucky lässt kleine und große Leser unmittelbar an seinen Erfahrungen, Gefühlen und Erkenntnissen teilhaben. Er nimmt sie mit auf seine abenteuerliche Antwortsuche um die Welt.

 Der erste Teil Lucky, der Gecko erschien 2013 als Bilderbuch im Kommode Verlag. Das Vorlesebuch Lucky - Ein Gecko auf Reisen versammelt alle fünf Abenteuer.

Autor:
Martin Avi Abraham, 1968 in Wien geboren, studierte Germanistik, vergleichende Literaturwissenschaften und Architektur. Nach einer Ausbildung zum Gruppendynamiker ergab sich eine erfolgreiche Karriere als Unternehmensberater. 2001 hat es ihn in die Ferne gezogen, über Granada und die Toskana hat ihn die Reise in die Schweiz geführt, wo er bis dato ansässig ist. Vom Reisen, oder besser gesagt vom Unterwegs sein und vom Suchen handelt auch sein literarisches Schaffen.

Illustrator:  
John Bendall-Brunello wuchs als jüngstes von neun Kindern außerhalb von Cambridge auf. Nach seinem Abschluss an der Kunsthochschule in Cambridge in den Bereichen Illustration und Design arbeitete er für verschiedene didaktische Verlage bis er 1985 sein erstes Kinderbuch veröffentlichte. Seither wurden in England und den USA über 60 Bilderbücher von ihm veröffentlicht. Einige davon entstanden in Zusammenarbeit mit den renommiertesten englischen Kinderbuchautoren.


Martin Avi Abraham
Lucky - Ein Gecko auf Reisen
Hardcover, Halbleinen, Format: 19,5 x 24,5 cm
160 Seiten
1.Auflage  Juli 2016
Euro 32,- inkl. MwSt.   Buch kaufen 
oder bei AFARA Bücher, Ihrer Internetbuchhandlung in Erlangen




Montag, 8. August 2016

Rezension: Let's guide - Kleines Handbuch zur Reiseleitung

Yunah

DIRK  BRÜCKNER

LET’S  GUIDE  - Kleines Handbuch zur Reiseleitung

Let’s guide ist eine Arbeitshilfe für Reiseleitungen von Gruppenreisen. Ob im Verein oder für Reiseveranstalter, als Reiseleitung zu arbeiten ist ein Beruf, bei dem umfangreiches Wissen,  Organisationstalent und vieles mehr verlangt werden.
Dieser Ratgeber ergänzt die Fachliteratur und enthält Checklisten und Praxistipps bereit.Das Buch ist in vier Themen unterteilt. 


Das erste Thema beschäftigt sich mit dem Tourismus und die Reiseleitung im Allgemeinen.

Mittwoch, 3. August 2016

Buchempfehlung: Die Reisegesellschaft

Insel Verlag

ELIZABETH  VON  ARNIM
   
DIE  REISEGESELLSCHAFT

Das Buch von Elizabeth von Arnim über eine Reisegesellschaft, die durch den Südosten Englands reist, wurde 1909 zum ersten Mal in London unter dem Titel „The Caravaniers“ veröffentlicht. Ein amüsanter Roman aus der Sicht des Barons Otto von Ottringel, seines Zeichens preußischer Offizier aus dem fiktiven Storchwerder in der Mark Brandenburg.

Die Reisegesellschaft
Der adelige Offizier Otto von Ottringel reist mit seiner zweiten Frau Edelgard nach England in die Grafschaften Kent und Sussex.