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Samstag, 15. Mai 2021

NEU: Geschichten aus Floras Reich

ANTJE  PETERS-REIMANN

GESCHICHTEN  AUS  FLORAS  REICH

Mensch und Garten verbindet schon seit Urzeiten eine besondere Beziehung: kulturell verortet war diese Beziehung schon im „Garten Eden“ und sie ist es bis in die Gegenwart. Jede Zeit bringt Gärten hervor, die gewissermaßen die Essenz ihrer jeweiligen Epoche bilden – und das ist den Menschen zu verdanken, die diese Gärten gestalten. Was tat und tut der homo sapiens nicht alles, um seiner Pflanzenleidenschaft zu frönen?

„Grüne Revolutionäre“ haben in ihrer Zeit gartengestalterische oder pflanzenzüchterische Spuren hinterlassen, pflanzenbegeisterte Exzentriker und ambitionierte Laien haben Zeichen in der Gartenkultur gesetzt. Sie alle mussten – wie auch wir – lernen, dass Gärtnern eine „Schule des Lebens“ ist, die Geduld, Demut, Wissensdurst und Lernbereitschaft erfordert.

Und manche Blume, mancher Baum begleitet die Menschen schon seit Anbeginn der Zeiten und ist durch die Pflanzensymbolik tief in der Kulturgeschichte verwurzelt.

Dieses Bändchen nimmt den Leser mit auf eine vergnügliche Reise in die faszinierende Welt der Gartenkultur. Aus jeder Zeile spricht eine tiefe Leidenschaft fürs Paradies im Grünen: Und dies ist ja bekanntlich ein Garten ...

Autorin:
Die Gartenhistorikerin und Journalistin Antje Peters-Reimann M.A. hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: Schon seit vielen Jahren hat sie sich der Geschichte der Gartenkunst verschrieben.

In Vorträgen, Büchern und ihrem monatlichen Newsletter berichtet sie über bekannte und unbekannte Gärten und ihre Schöpfer und teilt mit ihren Zuhörern und Lesern die Welt des Gartens und ihre pflanzlichen und menschlichen „Bewohner“. Bereits ihr erstes Buch wurde mit dem Deutschen Gartenbuchpreis ausgezeichnet.


Antje Peters-Reimann
Geschichten aus Floras Reich
Hardcover, Fadenbindung
durchgehend farbig bebildert
124 Seiten
Euro 16,- inkl. MwSt.    jetzt kaufen

Dienstag, 11. Mai 2021

Rezension: Die Hofgärtnerin - Frühlingsträume, Roman

Penguin
Rezension 

RENA  ROSENTHAL

DIE  HOFGÄRTNERIN - Frühlingsträume
Roman     

Marleenes Traum ist es, wie ihr Vater, in der Hofgärtnerei arbeiten zu können. Sie liebt Blumen über alles, besonders einen seltenen zweifarbigen Flieder. Doch vorerst bleibt dies ein Traum, denn um 1891 hat sie keine Chance als Mädchen eine Lehrstelle zu bekommen.

Nachdem ihr Vater gestorben ist, bleibt Marleene und ihrer Mutter nichts anderes übrig, als das schöne Haus mit den vielen Fliedersträuchern zu verlassen. Da ihre Mutter krank ist, muss Marleene für den Unterhalt sorgen. Sie hat Glück, dass sie eine Anstellung als Zimmermädchen in einem Hotel hat. Eines Tages findet sie in einem Gästezimmer beim Aufräumen die Preisliste der Hofgärtnerei und die Sehnsucht nach einer Arbeit dort, kehrt zurück. Zweimal wurde sie bereits abgewiesen, die Arbeit in einer Gärtnerei ist nichts für Frauen, die viel zu schwach dafür sind, glaubte man damals.

Mit ihrer Cousine Frieda, die eine Verkäuferinnen-Lehre in einem Blumengeschäft anfängt, teilt Marleene sich ein ärmliches Zimmer. Auch sonst halten die beiden Mädchen zusammen, auch wenn dies im Laufe der Geschichte nicht immer einfach ist.

Denn Frieda lernt Manilo kennen, der sich in der Hofgärtnerei um die Pflanzen in der Orangerie kümmert, die im Winter warm gehalten werden müssen. Er kommt aus Italien und kennt sich mit den Zitronen, Orangen und weiteren Pflanzen der Mittelmeerregion bestens aus. Außerdem stehen hier die Blumen für die Blumenläden in der Stadt Oldenburg, in der die Handlung spielt. Doch nach einer schlechten Erfahrung hat Frieda Angst ihrer Cousine von der neuen Freundschaft mit Manilo zu erzählen.

Auch Marleene hat ein Geheimnis. Nach einem Besuch bei ihrer Mutter, steht für sie fest:  sie muss ihren Traum wahrmachen und Gärtnerin werden. Wie hat ihr Vater immer gesagt: „Du musst schon selbst dafür sorgen, dass du glücklich bist…“
Eine richtige Lehre will sie und keine Stelle als Hilfsarbeiterin, die nur Unkraut zupfen darf und bei der sie nicht einmal so viel verdient, um das Zimmer ihrer Mutter zu bezahlen.

Marleene weiß, dass in der Hofgärtnerei dringend Arbeiter gebraucht werden. Der Lehrling wurde hinausgeworfen, weil er Pflanzen gestohlen hat, einer hat eine bessere Stelle gefunden und ein anderer Mitarbeiter ist schon länger krank.
Fest entschlossen kramt sie ihre Sachen zusammen, von denen sie hoffte, ein wenig auf dem Kramermarkt verkaufen zu können und schafft sich vom Erlös ein weites Hemd, eine Kappe und lange Hosen an. Nun noch die Haare abschneiden und dann konnte sie als Junge durchgehen, oder ?

Und tatsächlich, nach einer etwas holperigen Vorstellung und mit Glück kann sie als Marten eine Lehrstelle in der Hofgärtnerei ergattern. Denn beinahe hätte der Besitzer, Alexander Goldbach, sie wieder weggeschickt, als er sieht, wie schmächtig der „Junge“ ist. Die schwere Arbeit mit den Bäumen, würde der Junge bestimmt nicht schaffen und wir haben sowieso kaum Geld, denkt er bei sich.

In dem Moment kommt ein Paar, das sich vor einigen Tagen in der Gärtnerei ziemlich lange umgesehen hat und unentschlossen wieder ging. Missmutig begrüßt Alexander Goldbach die Kunden und lässt Marten einen Moment stehen, so dass dieser das Gespräch mitverfolgt. Nach längerem Hin und Her wollen die Kunden Apfelbäume für eine Allee kaufen. Doch da kommt Marten eine Idee und er schaltet sich in das Gespräch ein, um den Kunden Kastanien anzubieten, denn Apfelbäume werden nicht so hoch, dass Kutschen darunter hindurchfahren können und Kastanien sind stattlicher und höher. Und Obstbäume können die Kunden doch trotzdem pflanzen. Damit überzeugt Marten den Hofgärtnereibesitzer von seinem Verkaufstalent und dieser gibt ihm eine Chance.

Nun beginnt für Marleene/Marten eine aufregende Zeit. Sie lernt die Mitarbeiter sowie die Familie Goldbach kennen und trifft auf ihre „Schulfeindin“ Rosalie, Tochter des Hauses und ihre Brüder, die Marleene während der Schulzeit einen bösen Streich spielten. Sie lernt viel und sieht zum ersten Mal Rhododendren, die Julius, der zweite Sohn, von einer Chinareise mitgebracht hat. Der erste Sohn Konstantin hat ein „besonderes“ Auge auf sie geworfen. 
Wird sie ihre Tarnung aufrecht erhalten können ? Und wie lange ? Lesen Sie selbst…..

Fazit:
Ein rundum lesenswerter Roman über eine Hofgärtnerei, seine Mitarbeiter, nebst Pflanzen. Er spielt Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts im Oldenburger Land. Noch heute findet in Westerstede, der Hauptstadt des Ammerlandes, alle vier Jahre eine Rhododendron-Messe statt, denn im Norden Deutschlands, in der sauren Moorbeeterde gedeihen Rhododendren, Azaleen, Heiden u.a. besonders gut.

Rena Rosenthal ist es ein Anliegen, die Situation von Frauen um 1890 in der Arbeitswelt darzustellen, gerade auch die von Gärtnerinnen. Sie zeigt, wie schwierig es für Frauen war, den Beruf lernen zu können, den sie liebten und nicht den Beruf, der von ihnen standesgemäß erwartet wurde. Dass ein Zimmermädchen (auch Hilfsarbeiterinnen) vor Nachstellungen und Übergriffen männlicher Gäste nicht gefeit ist, ist leider bis heute Tatsache. Daneben ist auch die Arbeitszeit ein wichtiges Thema im Roman, denn diese war damals noch nicht auf acht Stunden geregelt.

Tatsächlich haben die Eltern und die Schwester der Autorin eine Gärtnerei und so lassen sich sehr viele Beschreibungen im Roman, wie die Tätigkeiten und das Verhalten der Mitarbeiter, natürlich die Arbeit mit den Pflanzen, etc. gut und glaubwürdig nachvollziehen, die sich bis heute kaum geändert haben, wie das Schneiden und Veredeln von Stecklingen.

Ein gelungener Roman, aus dem leicht erkennbar wird, dass die Autorin weiß wovon sie schreibt mit ihrem gärtnerischen Hintergrundwissen. Die Spannung um die Enthüllung Martens wird bis zum Schluss aufrechterhalten. Die Autorin wählt eine gute Ausdrucksweise, des macht Freude, das Buch zu lesen. Und am Ende erfährt man noch, was man alles mit Flieder machen kann….

 Da ich in der Regel mehr Sachbücher als Romane rezensiere, war ich von diesem Buch angenehm überrascht, das sich nicht mit langweiligen und  leeren Phrasen aufhält, sondern die Leserin und den Leser auf spannende, unterhaltsame Weise durch die Gartenwelt von 1891 führt. Ich bin auf den 2. Teil sehr gespannt und kann Die Hofgärtnerin „Frühlingsträume“ jedem wärmstens empfehlen, der sich für die Zeit, die Region und die Pflanzen interessiert.

zum Angebot

NEU: Die Hofgärtnerin - Frühlingsträume, Roman

Penguin
RENA  ROSENTHAL

DIE  HOFGÄRTNERIN − Frühlingsträume
Roman

Blumen sind ihre Leidenschaft. Liebe ist ihr Schicksal. Wird sie es schaffen, ihren großen Traum zu leben? Die große neue Familiensaga – so wundervoll wie frischer Flieder!

Oldenburg, 1891. Als Gärtnerin in der Natur zu arbeiten und die schönsten Blumen dieser Welt zu züchten, davon träumt Marleene schon ihr ganzes Leben. Doch ihr Wunsch scheint unerreichbar, denn eine Gärtnerlehre ist allein Männern vorbehalten. Aber Marleene gibt nicht auf: Kurzerhand schneidet sie sich die Haare ab und verkleidet sich als Junge – und bekommt eine Anstellung in der angesehenen Hofgärtnerei. Marleene ist überglücklich! Doch die anderen Arbeiter machen ihr den Einstieg alles andere als leicht, und es wird zunehmend komplizierter, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. Als sie dann auch noch die beiden charmanten Söhne der Hofgärtnerei kennenlernt, werden ihre Gefühle vollends durcheinandergewirbelt. Marleene muss sich entscheiden – folgt sie ihrem Traum oder ihrem Herzen …

Der Auftakt der großen Familiensaga in hochwertig veredelter, liebevoller Ausstattung!

Autorin:
Rena Rosenthal hat schon als Kind jede freie Minute in der Baumschule ihrer Eltern verbracht. Dort wird unter anderem eine der größten Fliedersammlungen Deutschlands, die Kircher Collection®, kultiviert. Die Baumschule in einem kleinen Örtchen in der Nähe von Oldenburg wird heute von ihrer Schwester geführt.
Obwohl Rena Rosenthal – im Gegensatz zum Rest ihrer Familie – nicht den Beruf der Gärtnerin ergriffen hat, ist ihre Liebe zu Blumen geblieben. Daher war schnell klar, dass ihre erste Familiensaga von duftenden Fliederbäumen und prächtigen Rhododendren handeln soll. Rena Rosenthal lebt heute mit ihrer Familie in Köln.

Rena Rosenthal
Die Hofgärtnerei
Taschenbuch, Klappenbroschur
ORIGINALAUSGABE
Format: 12,5 x 18,7 cm
688 Seiten   
1. Auflage 22. März 2021
nur Euro 11,- inkl. MwSt.   jetzt kaufen

 zur Rezension


Donnerstag, 21. Mai 2020

Rezension: Heilkraft der Alpen

Bergwelten Verlag
Rezension


Arnulf Hartl, Christine Geyer

HEILKRAFT  DER  ALPEN

Der Einband, die ersten und letzten Seiten, sowie einige im Inneren zeigen beeindruckend scharfe Bilder von Alpenregionen.

Die Krimmler Wasserfälle im österreichischen Pinzgau stehen am Anfang und am Ende des Buches.

Dr. Arnulf Hartl wurde die Frage gestellt, die ihn zu einer Änderung seiner beruflichen Tätigkeit bewegte: „Haben die Krimmler Wasserfälle einen positiven Einfluss auf die Gesundheit?“ und eine weitere Frage: „… Wasserfälle sind gesund - aber WARUM?“

Vom „Laborwissenschaftler“ wurde er zum Leiter des Instituts für Ökomedizin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg und beschäftigt sich mit obigen Fragen und wie die Natur auf unsere Gesundheit wirkt bzw. welchen Einfluss sie auf unser Wohlbefinden hat.

Kernaussage dieses Buches sind folgende Sätze: „Eine Vielzahl bereits publizierter Studien aus aller Welt belegen den positiven Effekt von Natur auf Gesundheit. Es ist mittlerweile wissenschaftliche Gewissheit, dass sich eine Reihe von Zivilisationskrankheiten durch die Interaktion mit der Natur behandeln und vorbeugen lassen.“

Inhalt des Buches ist die Vorstellung dieser umfangreichen wissenschaftlichen Studien und deren Forschungsergebnisse.
Beispiele zeigen eine positive Änderung der Probanden, Linderung von Allergien, Asthma, Depressionen, Stress und anderen „Großstadterkrankungen“ und Aufmerksamkeits-Defiziten, wenn man einige Zeit mit Wandern oder Bergsteigen in der Natur (Wald, Berge, Wiesen) verbringt und belegt die Tatsache, dass Menschen, die in ländlicher Umgebung leben im Allgemeinen weniger krank sind als Städter (von anderen Sorgen, wie das tägliche Auskommen abgesehen.)

Es werden viele Beobachtungen zum Verhältnis Natur - Mensch aufgezeigt, z.B. ob die Natur vor dem Menschen oder von dem Menschen geschützt werden muss.

Bezuggenommen wird auch auf die Aussagen zur Natur von Charles Darwin, Jean-Jacques Rousseau, Alexander von Humboldt u.a. des 19. Jahrhunderts, die ebenfalls ähnliche Erkenntnisse durch Beobachtung gewonnen haben.

Außerdem werden neue Begriffe wie Ökomedizin, Green Exercises (grüne Übungen), „Naturdefizitsyndrom“, „Biophilie“ (Liebe zum Leben), u.a. definiert und Anwendungen vorgestellt.

Letztendlich liegt es an einem selbst den ersten (Wander)Schritt zu tun und sich aktiv in die Natur zu begeben.
Das Buch hilft die wissenschaftlichen Zusammenhänge und Hintergründe zur Natur und Gesundheit bzw. Wohlbefinden zu verstehen.

Fazit
Gerade für Ärzte, Psychologen, Physiologen, Naturheilkundige, u.a. kann das Buch interessant sein und neue Erkenntnisse bringen.

Dass die Natur sowie das „Zurück zur Natur“ wieder mehr in den Fokus der Stadtbevölkerung rückt, zeigt der jahrelange erfolgreiche Verkauf von Zeitschriften wie „Landlust“, „Mein schönes Land“, „Servus“ und vielen anderen, die immer öfter politische Titel überholen.

Der an den Titel „Heilkraft der Alpen“ im wahrsten Sinne interessierte Leser wird vielleicht mit den vielen Untersuchungsergebnissen, Forschungsberichten und Belegen, dass die Natur unsere beste Arznei ist, überfordert werden. Etwas weniger Forschung und etwas mehr Beispiele, wie die Krimmler Wasserfälle und andere Orte, die konkret auf die Gesundheit wirken bzw. Angebote dazu, wären für den zukünftigen „Gesundheitswanderer“ konkret fassbarer als die Wiederholungen, dass die Natur generell und die Alpen im Besonderen gut für die Gesundheit sind.

Im Übrigen sind nicht nur die Alpen, sondern ebenso Küsten (Nord- und Ostsee), das Atlasgebirge in Nordafrika (noch weniger besucht, kaum Industrie, daher noch bessere Umweltbedingungen) und letztlich Wüsten, wie die Sahara (aus eigener langjähriger Erfahrung mit Asthma) Orte, die der Gesundheit sehr gut tun.

Autoren
Dr. Arnulf Hartl ist Leiter des Instituts für Ökomedizin an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg und forscht zu der medizinischen und psychologischen Wirkung der Natur auf die Gesundheit des Menschen.

Christina Geyer, gebürtige Wienerin, lebt und arbeitet als freie Journalistin in der steirischen Nationalparkregion Gesäuse.

Mit einem Vorwort von Ulrike Köstler, Präsidentin der Plattform Heilkraft der Alpen (FORUM VIA SANITAS).



Freitag, 23. März 2018

Rezension: Reiselust und Gartenträume

DVA
Reiselust und Gartenträume     Rezension  

Heidi Howcroft
Mit den „Gartenzwergen“ unterwegs

Schon der Schutzumschlag macht auf den Inhalt neugierig. Die Palme auf einem Boot, die zwischen den Mauern eines weißgetünchten Palais in den Himmel wächst vor einer Bergkulisse ist ein Gemälde der Künstlerin Binette Schröder.

„Reiselust & Gartenträume“ - welch wundervolle Zusammenstellung und dies in Verbindung mit einer Kreuzfahrt - besser kann eine Reise für Gartenliebhaber kaum sein. Und wenn eine Landschaftsarchitektin und Engländerin wie Heidi Howcroft die Ausflüge zu den Gartenparadiesen begleitet und fachkundig erläutert, ist der Urlaub perfekt.

Mit dem Kreuzfahrtschiff zu den Gärten in Europa, Afrika, Karibik und Asien

Von Reisen mit der MS Deutschland und Sea Cloud II, die zwischen 2006 und 2014 durchgeführt wurden, erzählt die Autorin ihre amüsanten Geschichten zu fernen Gärten und Parks. Beginnend im Westen Europas mit Irland, Schottland und den Orkney-Inseln, Madeira und den Azoren geht es über Italien, Sizilien und Marokko weiter in die Karibik und endet in Hongkong, Taiwan und Shanghai.

An Bord durch Vorträge vorbereitet, entdecken die „Gartenzwerge“, so der Name der vielen Teilnehmer, die die Ausflüge gebucht haben, die botanischen Paradiese mit Hilfe der ortskundigen Busfahrer, die manchen Geheimtipp beisteuern, Stadtführern, die eigene Rezepte für Spezialitäten weitergeben und weiteren Helfern, die die Erzählungen der Autorin bereichern.

Versteckte Gartenparadiese

Oft überraschen nicht die großen Parks sondern eher die versteckten Privatgärten mit üppiger Blütenpracht in schwierigsten Bedingungen, wie zum Beispiel auf den Orkney-Inseln, wo der Wind so kräftig weht, dass die Bäume nicht höher als eine Mauer wachsen können, bevor sie „zerfetzt“ werden. Durch den Golfstrom herrschen milde Temperaturen und zwischen Mitternachtssonne und dunklen Wintermonaten blühen hier alle Blumen kurz und gleichzeitig, besonders gut gedeihen Stauden.

In Marokko wird auf den Besuch des andalusischen Gartens in Chefchaouen verzichtet, dafür ist der Spaziergang durch die „blaue“ Medina umso aufregender. Doch ein Spaziergang durch den Jardin Majorelle in Marrakech sollte natürlich nicht ausgelassen werden.

Humorvoll, mit spannenden historischen und gärtnerischen Fakten zu den Gartenbesitzern und Parks reist der Leser von einem Gartenparadies zum nächsten und erfährt ebenfalls etwas über die Kreuzfahrterlebnisse der Autorin. Durch die detaillierte Beschreibung kann man sich als Leser die Anlagen und Anordnung der Pflanzen, Töpfe und Dekorationen im Garten gut vorstellen.

Autorin:
Heidi Howcroft ist eine bekannte Landschaftsarchitektin, Autorin und Gartenjournalistin. Die deutschsprachige Britin hat bereits 30 Bücher veröffentlicht, sie schreibt eine regelmäßige Kolumne für das Magazin Ratgeber Lust auf Natur und ist Gartenexpertin bei NZZ Bellevue, dem Online Lifestyle-Portal der Neuen Zürcher Zeitung, wo sie ihr Garten-Know-how vermittelt.
Wenn Heidi Howcroft nicht auf Reisen ist, arbeitet sie in ihrem Schreibatelier mit Blick auf den Cottage-Garten in einem kleinen Dorf in Somerset, England.

Fazit:
Ein unterhaltsam geschriebenes Buch, abwechslungsreich und spannend. Man spürt die Liebe der Autorin zu ihrer Tätigkeit.
Besonders hilfreich für Interessierte sind die Internetadressen der Gärten und Hotels, die das Geschriebene noch unterstreichen. Am besten legt man sich beim Lesen ein Tablet oder Handy daneben, um gleichzeitig die Bilder der Gärten und Pflanzen betrachten zu können, denn im Buch gibt es leider keine Bilder. So wirkt der Einblick noch intensiver und wenn eine Reise geplant wird, sind die Öffnungszeiten und Informationen zu Spaziergängen oder Blütezeiten eine gute Unterstützung.
Sehr empfehlenswert.

Zurecht erhielt dieses Buch den 2. Preis in der Kategorie „Bester Garten-Reiseführer 2018“ des Deutschen Gartenbuchpreises und European Garden Book Award auf Schloss Dennenlohe.

Weitere Informationen zur Autorin unter: www.heidi-howcroft.de

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HEIDI  HOWCROFT
REISELUST & GARTENTRÄUME
Geschichten über Reisen  zu fernen Gartenparadiesen
Gebunden mit Schutzumschlag
248 Seiten
1.Auflage 2017
Euro 14,95 inkl. MwSt.   hier kaufen

Samstag, 20. August 2016

Rezension: Food & Farm - Vom Feld auf den Teller

Food und Farm, dlv
FOOD & FARM


Food & Farm ist das neueste Magazin des Deutschen Landwirtschaftsverlags aus München. Das erste Heft kam genau zum Beginn der „aktiven Zeit“ im Garten oder auf dem Balkon auf den Markt. Es enthält sehr viele interessante Fakten, Studien, Beobachtungen und Reportagen über unsere Lebensmittel, deren Anbau, Einkauf und auch Lagerung.
Die großen Themen dieses Magazins sind Stadt & Land, Hof & Küche, Welt & Wissen und der große Praxisteil „Ärmel Hoch!“ mit hilfreichen Ratschlägen zum Selbergärtnern.

Autoren sind Fachleute

Sie sind es leid, verwässerte Kartoffeln aus dem Supermarkt zu essen, schlapprigen Salat und traurig schauendes Gemüse kaufen zu müssen? Dann hilft das neue Food & Farm-Magazin weiter. Die Autoren wissen wovon sie schreiben. Sie sind Agrarwissenschaftler, Agrarredakteure und Menschen, die täglich mit der Erzeugung von Lebensmitteln zu tun haben, auch über den Tellerrand hinaus, wie z.B. die Bäckerin im Irak, der Olivenbauer, der Schneckenzüchter und der Agraringenieur aus Griechenland.

Land mieten oder kaufen?

Sie planen ein Stück Land zu bewirtschaften? Food & Farm gibt Beispiele für die benötigte Größe und Tipps ob kaufen oder mieten sinnvoller ist. Reicht ein Mietacker von 120 m² oder sind 350 m² besser geeignet für eine vierköpfige Familie. Brauchen die Beete viel oder wenig Pflege, welches Gemüse und Obst kann angebaut werden, oder darf es auch ein Schaf oder eine Ziege sein ?

Imkern in der Stadt

Auch das Imkern ist ein Thema, das viele anspricht, wie die hier vorgestellten Damen aus Hamburg, die auf ihrem Flachdach drei Bienenvölker beherbergen und selbst Honig produzieren. Eigentlich haben sie eine Agentur für Fotoretusche, aber 2014 auch eine Imker-Ausbildung abgeschlossen. Mit ausschlaggebend für das Imkern war für Julia die Erkenntnis von Albert Einstein, dass „der Mensch nur noch vier Jahre zu leben hat, wenn die Bienen aussterben“.

Lebensmittel online einkaufen?

Eine Hamburger Familie testet den Online-Einkauf von Lebensmitteln in drei unterschiedlichen Varianten vom regionalen Anbieter über den Supermarkt bis zum „cleveren Konzept“ die nötigen Zutaten in Kochboxen zu liefern. Lesen Sie das interessante Ergebnis in der aktuellen Ausgabe von Food & Farm.

Ziegenkäse aus Franken

In der fränkischen Alb bei Hersbruck freuen sich die Ziegen über „Schlehen, Weißdorn und Kräuter“ und Tanja Beyer über die frische Ziegenmilch, aus der sie rund 15 Sorten Käse herstellt. Wo man den Käse kaufen kann und wie Sie selbst Frischkäse ganz einfach herstellen können steht in diesem Heft.

Vom Feld auf den Teller

Darüber hinaus lesen Sie wertvolle Hinweise über Qualitätskriterien von Lebensmitteln, die Bedeutung von Biosiegeln, Begriffserklärungen von Ackerbau und Viehzucht, sowie Interessantes über das Rind und Rindfleisch.
Der gelernte Koch, Autor und Blogger Stevan Paul stellt Bücher rund um „Lebensart und Kulinarik“ vor.
Kritische Themen wie Vermeidung von Lebensmittelvernichtung und Verschwendung oder artgerechte Tierhaltung bzw. Schlachtung fehlen nicht. Auch was es mit der „Geheimen Gesellschaft“ der Supper Clubs auf sich hat und warum das Radieschen zum Liebling von Micha Schäfers Berliner Sterne-Restaurant zählt, erfahren Sie beim Blättern dieses Magazins.

Extraheft Kartoffeln

Im Extraheft, das sich auch zum Sammeln eignet, dreht sich alles um Deutschlands beliebteste Knolle - die Kartoffel.
Sie lesen, welche Sorten für Salat oder Pellkartoffeln geeignet sind, welche festkochend oder eher mehligkochend sind. Tipps zum Anbau auf dem Balkon, zur Pflanzengesundheit und zur richtigen Lagerung, nützliche Gartengeräte und Rezepte fehlen nicht. 20 Seiten kompakte Information  sind übersichtlich dargestellt.

Fazit:
Wissen, was man isst, wie man Lebensmittel selbst erzeugen kann und viele Tipps dazu hält das neue Magazin auf über 100 Seiten für den zukünftigen Hobbyfarmer, aber auch für den bereits aktiven Kleingärtner bereit. Abgerundet wird das Heft mit doppelseitigen Bildern, vielen Informationen zu Bezugsquellen und weiterführenden Links. Hier werden nicht nur beschauliche Fotos von blühender Landschaft gezeigt, sondern handfeste Anleitungen zum Planen des eigenen Lebensmittel erzeugenden Gartens gegeben. Natürlich dürfen Rezepte für das gerade geerntete Gemüse, wie hier Spargel, nicht fehlen.

Ein gut durchdachtes, modernes und frisches Magazin, das von Fachleuten mit sehr viel Wissen gefüllt und sehr zu empfehlen ist und fast ohne Werbeanzeigen auskommt. Vielen Dank. Wir sind gespannt auf die nächste Ausgabe, die am 25. August erscheint.

Food & Farm
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Rezension "Echt Bayern" ein gelungenes Erlebnismagazin

Echt Bayern - dlv

ECHT  BAYERN

Ein Erlebnismagazin sticht aus den bunten Zeitschriftentiteln am Kiosk heraus. Im typisch bayerischen Weiß-Blau erscheint das „Echt Bayern“-Heft für Juli/August zum Entdecken, Erleben und Genießen.
Da der Urlaub in Deutschland in den letzten Jahren stark zugenommen hat, antworten die Reisemagazine entsprechend und stellen Deutschland in den Fokus. So auch der Deutsche Landwirtschaftsverlag mit Echt Niedersachsen und Echt Bayern, die 2016 mit je sechs Ausgaben im Jahr erscheinen.
Die Kapitel Bayern entdecken, Bayern erleben und Bayern genießen enthalten Beiträge zu Reise, Kultur, Mode, Architektur, Sport, Freizeit, Garten und Gastlichkeit.

Junges, echtes Bayern

Was macht „Echt Bayern“ interessant? Die jungen Leute auf den Bildern fallen auf. Sie sitzen auf Rindern, wenn am 28. August das sechste Ochsenrennen in Münsing startet. Sie stehen auf den Brettern der neuen Trendsportart Stand-up Paddling. Sie arbeiten auf der Alm wie Leni Wittmoser, eine der selten gewordenen jungen Sennerinnen.
Diese jungen Menschen zeigen das Gesicht des modernen Bayern mit spritzigen Ideen, wie die des Brauers Markus Hoppe mit seinem „Wuiden Bier“, die Brillengestelle aus Holz von Klaus und Ludwig Hertkorn, die „Mode made in Bayern“ von Caroline Lauenstein, die sich mit fünf weiteren Modeherstellern das Qualitätssiegel teilt. Die „Rockmacherin“ produziert Trachtenröcke, ihre Kollegen Dirndl und Strickwaren. „Mode made in Bayern“ steht für Produktion in Bayern, sichert Arbeitsplätze, stärkt die regionale Wirtschaft, z.B. durch kurze Transportwege und erhält die Tradition des heimischen Handwerks. Die Mode ist sehr gut verarbeitet, teils von Hand gestrickt, die hochwertige Qualität der Stoffe und Garne rechtfertigen den höheren Preis. Die Jacken, Pullover, Röcke und Dirndl werden nicht nur von Traditionsbewussten, sondern auch von „Alternativen“ getragen. „In Bayern ist es einfach ein Ausdruck des Sich-Verbunden-Fühlens mit dem Land, den Leuten und der Kultur. Darin liegt eine gewisse Sehnsucht nach den Wurzeln, die unsere Gesellschaft nötig hat“, meint Caroline Lauenstein.

Holz - vom Alphorn zum Baumwipfelpfad

Was kann man aus Holz herstellen? Beispiele in diesem Magazin sind Brillengestelle, Fahrradrahmen, aber auch Alphörner oder den Turm des Baumwipfelpfads im Bayerischen Wald - „Das Ei“ und die Spazierwege in 15 bis 18 Metern Höhe. Aber nicht nur in Neuschönau kann man zwischen Bäumen spazieren gehen, auch in Sankt Englmar, in Scheidegg im Allgäu und im neuesten „Höhenweg“ im Steigerwald bei Ebrach. Die Idee von Baumwipfelpfaden ist, den Wald aus einer erhöhten Perspektive erlebbar zu machen, eine neue Sichtweise, die vom Boden aus nicht möglich ist. Natürlich werden die Wege, die der Spezialist Josef Stöger plant, aus heimischen Hölzern hergestellt. Ein schönes Erlebnis.

Tomaten - eine Leidenschaft

Tomaten gehören zum Sommer und zum Leben von Irina und Ulrich Zacharias, die in der Nähe von Regensburg den Blattenhof zur Tomatenoase umgestaltet haben. Mehrere hundert Sorten bauen die beiden an. Daneben werden Chili, Kräuter, Paprika und Zucchini angebaut und vermarktet. Die Führung ist eine „gelungene Mischung aus Theater und Weinprobe“ meint die Reporterin Elisa Holz bei Ihrem Besuch. „Der Garten ist einer der wirksamsten Antidepressiva überhaupt“ bemerkt die Psychologin Irina Zacharias und steuert zum Thema Tomaten ein Buch über ihre Leidenschaft mit Wissenswertem über Tomaten und 90 Rezepten bei.

Der Traum von Macbeth im Regen

Wer kennt ihn nicht, den Schauspieler und Regisseur Michael Lerchenberg, der beim berühmten Starkbierfest am Nockherberg den langjährigen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber sehr erfolgreich dargestellt hat? Er ist Intendant der ältesten Naturbühne Deutschlands auf der Luisenburg in Wunsiedel. Sein Traum wäre die Inszenierung von Shakespeares Macbeth, am liebsten wenn es regnet, damit die düstere Stimmung passt, „Nebelschwaden durch die Bäume ziehen und Hexen aus den Felsspalten kommen“. Vorerst freut er sich über die vielen Zuschauer aus nah und fern, die seine Stücke wie „Blues Brothers“ als Musical, „Die Bluthochzeit“ von Garcia Lorca und andere Volksschauspiele zeigen, die nicht nur Unterhaltung sondern auch einen Bildungsauftrag im Sinn haben. Die Bühne hat bereits Goethe oder Jean Paul angezogen und heute kommen Zuschauer aus München nach Wunsiedel.

Informative Beilagen

Als Beilage enthält „Echt Bayern“ einen Veranstaltungskalender zum Herausnehmen mit ausgesuchten Terminen, wie die Fahrt mit der historischen Bahn zum Biersommelier am 21. August nach Ebermannstadt, das Erlanger Poetenfest vom 25. bis 28. August mit Lesenachmittagen im Schlossgarten und Diskussionen über die neuesten Bücher, das Open-Air-Fest „Pop am Fluss“ in Schwabmünchen am 26. August und „Klassik am See“ in Achselschwang am 28. August.

Außerdem gibt es ein Heftchen im Heft mit „Bayerns schönsten Berghütten“ in Franken, im Allgäu, in Ober- und Ostbayern, die nicht nur in den Alpen sondern auch im Fichtelgebirge oder im Bayerischen Wald zur Einkehr einladen. Auch ein Kreuzworträtsel und eine Kolumne fehlen nicht.

Fazit:
„Echt Bayern“ ist eine sehr schöne und gelungene Mischung aus aussagekräftigen Bildern, reichlichen Informationen und lesenswerter Unterhaltung, die zum Entdecken von Bayern in seiner ganzen Vielfalt einlädt. Vielen Dank für dieses neue Erlebnismagazin.
Die nächste Ausgabe erscheint am 15. September mit Beiträgen über Trüffel, Bogenschießen und Rucksack-Test. Wir freuen uns darauf.

Echt Bayern
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Samstag, 30. Mai 2015

Buchempfehlung - Kräuter für jeden Geschmack

Engelbert Kötter
Rezension

ENGELBERT  KÖTTER

KRÄUTER  FÜR  JEDEN  GESCHMACK      

Es gibt mittlerweile sehr viele Kräuterbücher, aber dieses enthält, neben den allgemeinen Informationen auch neue, kreative und inspirierende Tipps für die Verwendung bekannter Kräuter-, Heil- und Gewürzpflanzen in Küche, Kosmetik und Wellness.  
Auf den ersten knapp 80 Seiten gibt der Fachmann Engelbert Kötter seine ganze praktische Erfahrung als geprüfter Gartenbautechniker und Qualitätsinspektor weiter. Die Kapitel sind übersichtlich auf zwei bis vier Seiten des großformatigen Buches gestaltet und mit Bildern aufgelockert. Die weiteren knapp 200 Seiten gehören den vielen Kräutern, Wild- und Heilpflanzen, die im Porträt vorgestellt werden.

Kräutergartenpraxis - einmal querbeet

Montag, 4. März 2013

Stadtlust - entdecken, erleben, geniessen

Stadtlust - entdecken, erleben, geniessen

Seit kurzem gibt es ein neues Magazin; schon wieder, werden manche Leser denken. Dieses Mal geht es nicht um das Landleben, sondern um das Leben in der Stadt. Es nennt sich „Stadtlust“, wird aber nicht vom Landwirtschaftsverlag in Münster herausgegeben, wie man vom Wörtchen „…Lust“ ableiten könnte, sondern von der WAZ-Woman Groupe aus Ismaning bei München.

Eine freundlich blickende Dame schaut aus der geöffneten Eingangstür eines roten Backsteinhauses, was gleich in Richtung Norddeutschland weist und so führt die Reportage über ein „Altes Stadthaus in neuem Glanz“ nach Kiel.

Große Bilder - wenig Worte

Das Magazin verspricht Tipps, Trends, Reisen, Termine, Reportagen und vieles mehr.
Ganzseitige Bilder von Köln, Bremen, Dresden und Passau mit drei bis vier Sätzen, jede Menge Werbeseiten für Mode, Lieblingsläden und Shopping füllen zwar das Heft, bieten aber keinen wirklichen Mehrwert.

Stadtzeitschrift mit Lust aufs Land

Und so ganz ohne „Land“ kommt auch dieses „Stadt“-Magazin nicht aus und es werden Frühlingsblüher (auch nur ganzseitige Bilder von Tischarrangements mit wenig Information), Stadtgärten im Schatten oder im Hinterhof, Minigärten unter Glas, ein „Naschbalkon“, Imkern in der Stadt, „essbare Grünanlagen“ in Andernach und Urlaub im Baumhaus-Hotel im Wald als Stadtfluchten angeboten.

Umweltschonung bei Wochenendflug nach Mallorca?

Das (gefühlt tausendste) Stadtporträt von Palma de Mallorca, das nur für ein Wochenende empfohlen wird, trägt nicht zur Umweltschonung bei. Da nützt es auch nichts, wenn ein paar Seiten vorher für Carsharing, E-Bike oder Elektroauto aus Parkplatznot geworben und auf die Schonung der Umwelt hingewiesen wird.

Wirklich neu ist das alles nicht. Von rund 140 Seiten, die das Magazin bietet, finden sich sechs Reportagen, für die ein wenig Rechercheaufwand notwendig war, der Rest ist Werbung.
Der anfängliche Seufzer über ein neues Magazin bleibt am Ende übrig, denn es bringt nicht unbedingt das, was es möchte, nämlich Lust auf mehr Hefte.

Stadtlust - entdecken, erleben, geniessen
140 Seiten
1.Auflage März/April 2013
Preis: Euro 3,80 in Deutschland
WAZ Woman, Ismaning bei München

Dazu gibt es auch eine Internetseite: Stadtlust


Eine Meinung von Birgit Agada





Rezension: Gartentagebuch - Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Gartenjahr

Landlust, Gartentagebuch
Landwirtschaftsverlag
Renate Tegtmeyer und Dr. Christa Huchzermeyer

Gartentagebuch - Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Gartenjahr   

Abonnenten der Zeitschrift Landlust kennen den Inhalt dieses Büchleins, den zwei engagierte Damen zusammengestellt haben. Im Laufe von zwei Jahren erschienen in der Zeitschrift Tipps zur Gartengestaltung und Gedanken zum „Gartengenuss“, die der Landwirtschaftsverlag nun als Buch herausgegeben hat.

Inhalt:
Der Monat Januar beginnt mit einem Moment zum Luftholen, zum Zurücklehen und Einkuscheln in eine warme Decke. Denn die Gartenarbeit ruht und es gibt Zeit über die Gestaltung des Gartens nachzudenken und in Gartenbüchern und Zeitschriften zu blättern. Ein kurzer Spaziergang, der Blick auf die ersten Schneeglöckchen und kleinen Alpenveilchen und der Duft der Sträucher wie Zaubernuss oder der Duftschneeball erfreuen das Gärtnerherz.

Im Februar ist Aufräumen „angesagt“: Stauden schneiden, Pflanzen ausputzen, Hecken in Form bringen, Winterreste auf den Kompost werfen.
Im März beginnt der Frühling und der Gärtner kümmert sich um die Aussaat, die Anzucht und freut sich über die ersten gelben Forsythienblüten.

April und Mai sind sehr aktive Monate für die Gartentätigkeit, aber im Juni genießt man die erste Blütenpracht und den Rosenduft, das Vogelgezwitscher und die warmen Sommerabende im eigenen Garten.
Im Juli gibt es Tipps für die Pflege des Gartens zur Urlaubszeit, im August wird wieder geschnitten, ausgeputzt und zur Vermehrung geteilt. Eigenes Obst und Gemüse bereichert die Küche.

September und Oktober sind die Erntemonate für Äpfel, Birnen, Pflaumen, Hagebutten und Weintrauben. Die Autorinnen geben Tipps für die Herstellung eines Hagebuttenlikörs. Die Arbeit im Garten wird weniger und ein Feuerwerk an Farben von gelb über orange bis dunkelrot lassen den Gärtner die Früchte seiner Tätigkeit genießen, bis im November und Dezember der Garten für die Ruhephase hergerichtet wird. Geräte werden geputzt, Scheren geschliffen, winterharte Pflanzen in Folie verpackt, Blumenzwiebeln ausgesetzt, Vogelhäuschen und Nistkästen vorbereitet. Im Garten dominieren Gräser und als kleiner Farbtupfer zur Weihnachtszeit zeigt sich die Christrose.

Autorinnen:
Renate Tegtmeyer ist Journalistin und kennt seit ihrer Kindheit die Arbeit im Garten. In eigenen Beeten entdeckte sie die Faszination für den Garten.

Dr. Christa Huchzermeyer ist Ärztin und beschäftigt sich schon seit ihrer Kindheit mit Pflanzenpflege, Zucht und Entdeckung. Sie erkundet beste Bedingungen für die Pflanzen, verfolgt die Weiterentwicklung und gab die fachliche Beratung zu diesem Buch.

Fazit:
Zwei reife Damen beschäftigen sich seit ihrer Kindheit mit Pflanzen im Garten und haben ihre Gedanken und Erfahrungen zum Gartenjahr zu Papier gebracht. Herausgekommen ist ein literarisches Werk für Gartenliebhaber mit Tipps zur Gartengestaltung, Pflege der Pflanzen, Vermehrung  und den Genuss am Garten, Monat für Monat.
Eine schöne Ergänzung sind die altdeutschen Namen der Monate, die oft in Vergessenheit geraten sind, die aber die Tätigkeiten oder die Jahreszeit treffender beschreiben als der gebräuchliche julianische Kalender.
Kleine Bilder, Informationen grau unterlegt und Zitate wie zum Beispiel: Frage: „Herr Foerster, was tun Sie gegen Wühlmäuse?“ Antwort: „Wir schimpfen“, lockern die Beschreibungen humorvoll auf. Jedes der zwölf Kapitel endet mit einem Kalenderblatt, auf dem Platz für Notizen und Termine ist.


Das Buch gibt keine exakten Pflanzenporträts und genauen Anleitungen für die Anlage und Pflege von Gärten, das können entsprechende Gartenbücher besser, aber es ist ein schönes Geschenk für Gartenliebhaber, die sich einen Moment der Ruhe gönnen und den Gedanken der beiden Gärtnerinnen folgen. Die Kapitel beginnen mit einem Zitat und Gedanken und enden mit Tipps und dem Kalenderblatt. 
Ein schönes Geschenk.
   

Renate Tegtmeyer und Dr. Christa Huchzermeyer
Gartentagebuch -  Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Gartenjahr
Hardcover mit Farbbildern, Format  14,8 x 21 cm
104 Seiten
1.Auflage 2013
Preis: Euro 14,80  Buch kaufen
Landwirtschaftsverlag, Münster

Rezension: Birgit Agada


Montag, 18. Februar 2013

Himmelblau - Das Reisemagazin

himmelblau
Himmelblau
Landwirtschaftsverlag
Seit einigen Tagen ist ein neues Reisemagazin auf dem Markt. Es heißt „himmelblau“ und schon das Cover entspricht ganz dem Namen, denn es zeigt eine kleine grüne Insel im blauen See unter blauem Himmel.


Dazu gibt es natürlich auch eine Internetseite: „himmelblau-magazin.de“, beides herausgegeben vom Landwirtschaftsverlag in Münster. Ob „himmelblau“ allerdings auch so ein Verkaufsschlager wird wie die „Landlust“-Zeitschrift vom selben Verlag, mag die Leserin/der Leser selbst beurteilen.

Lust auf naturnahe, unberührte Urlaubsziele

Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, um was es den Herausgebern geht:  friedliche Landschaften von oben fotografiert, grüne Inseln im blauen Meer, Landschaften, die zum Träumen einladen. Doch plötzlich, ein paar Seiten weiter, sieht man dunkle Industrieanlagen vor orangerotem Sonnenuntergang-Himmel und Überlandleitungsmasten. Ein Umwelt-Thema in dieser Idylle ? Nein, das Ruhrgebiet, an dem jeder sofort an Kohleabbau, graue Abraumhalden in stickiger Luft, Currywurst und Dosenbier denkt, überrascht mit Wäldern, Weiden und Wiesen, Parkanlagen und Kleingärten. Die Bilder zeigen einen Badesee mit Freizeitseglern, Mountainbiker in Duisburg-Nord und idyllische Flusslandschaft mit historischer Marktkirche in Essen-Kettwig. Dazu gibt es Hotel-, Restaurant- und Freizeittipps mit einer gezeichneten Übersichtskarte; Informationen, die bei keinem Artikel fehlen.

Unvergessliche Momente in atemberaubender Landschaft

Doch dann geht es nach Norden, genauer nach Norwegen. Bilder von hohen Bergen, Wasserfällen und Schiffen, die in den Fjord hineinfahren, zum Beispiel nach Geiranger oder Alesund. Die Beschreibung der neuntägigen Reise, die mit der Fährenkreuzfahrt von Kiel nach Oslo beginnt, lässt sich gut per Auto nachfahren. Hotelhinweise inklusive Internetadressen fehlen nicht, wer nicht selbst fahren möchte, für den gibt es „Tipps & Touren“ am Ende des Berichts.

Es folgen Wanderungen in Österreich, ein Radreisen-Special mit Routen von der Ostsee bis zum Altmühltal, eine Paddeltour auf den Seen südlich von Potsdam und Bayerns schönste Winkel zwischen Lech und Isar im Pfaffenwinkel.

Fazit:
Die Zeitschrift ist schön gestaltet mit ganzseitigen Bildern, in dieser Ausgabe von Meeresküsten und Bergen, ergänzt von Beschreibungen, die als Anregung und Inspiration für den nächsten Urlaub dienen. Die Artikel sind gut sortiert, von Nord nach Süd und Ost nach West, Nordsee - Bayern, Münsterland - Mecklenburg-Vorpommern, Norwegen - Österreich.
Die wenigen Werbeanzeigen haben mit dem Thema Urlaub zu tun, wie Fahrräder, Wohnmobile, Objektive,  Kreuzfahrten und Hotels der beschriebenen Regionen und stören nicht.

In den fünf Rubriken Küste & Meer, Land & Seen, Berge & Täler, Rad-Extra und Wochenende sind zwölf Beiträge gegliedert, am Ende gibt es die Möglichkeit Broschüren zu bestellen, ergänzt von Kleinanzeigen mit Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Gutshäusern. 
Die Internetlinks funktionieren und geben weitere Informationen.
Auf 140 Seiten werden Autofahrer, Wanderer, Radfahrer und Genießer bestens unterhalten und informiert, Euro 4,80 für diese Frühjahr/Sommer-Auflage sind nicht zu viel.

Wir wünschen „himmelblau“ viele Leserinnen und Leser.

Foto: Landwirtschaftsverlag

Das Reisemagazin himmelblau
1. Ausgabe Frühjahr/Sommer 2013
140 Seiten
Preis: Euro 4,80
Landwirtschaftsverlag



Donnerstag, 18. Oktober 2012

Landspiegel und Landgourmet

Landspiegel
im Abonnement

LANDSPIEGEL  und   LANDGOURMET


Schon die Titelbilder, der Jahreszeit entsprechend schön gestaltet, laden ein, die Zeitschriften Landspiegel und Landgourmet in die Hand zu nehmen.  Die beiden Magazine desselben Verlags kommen fast ohne Anzeigen aus. Das erklärt vielleicht den Preis von Euro 4,90 für den Landspiegel (Ausgabe September / Oktober, 148 Seiten) und Euro 4,80 für Landgourmet (Ausgabe Frühling 2012, 100 Seiten). Aus Gründen des Umweltschutzes wurden auf Hochglanzseiten verzichtet. Trotzdem sind die großflächigen und zum Teil ganzseitigen Bilder schön anzusehen.

Aktuelle Themen im Dossier

Abwechslungsreich werden aktuelle Themen aufgegriffen und ausführlich im Dossier dargestellt. Hier geht es unter anderem um Nachhaltigem Konsum, Lebensmittelverschwendung und Wasserknappheit, etc. Ausführlich wird auf Missstände aufmerksam gemacht, denn der Landspiegel möchte uns auch den Spiegel vorhalten und nicht nur die „heile Welt auf dem Land“ vorgaukeln.

Vom alten Handwerk bis zu neuen Dekorationen

Auch interessant sind die Berichte über alte Handwerkskunst, wie das Flechten von Schuhen aus Maisstroh, die Anleitungen zum „Selber machen“ von Dekorationen mit natürlichen Materialien, Gartenthemen und die gesunde Küche. Prominente stellen sich vor, wie zum Beispiel der Schauspieler Elmar Wepper, der Sänger Gunter Emmerlich oder die Autorin Rita Falk aus Oberammergau, die alle ihren Bezug zur Natur beschreiben.

Themen der Jahreszeit entsprechend

Der Jahreszeit entsprechend werden in der Juli/August-Ausgabe Sommerthemen vorgestellt und in der aktuellen Herbstausgabe vom September/Oktober stehen „Herbstliche Dekorationen“, Herbstzauber mit Dahlien, buntem Laub und  Äpfeln, ein Pilze-Special und passende Rezepte im Mittelpunkt. Der Birnenkuchen schmeckt vorzüglich und das Rezept ist unkompliziert zu backen.
Im Blumenporträt wird in der aktuellen Ausgabe die Fuchsie vorgestellt.

Themen im Landspiegel

Im Landspiegel gibt es sechs große Themenblocks. Dabei sind „Natürlich leben“, „Selbermachen“,“ Gesund genießen“ und „Nachhaltig erleben“, zum Beispiel mit Wellness- und Reisetipps über die Gärten von Rousseau oder Gozo, die Schwesterinsel von Malta.

Themen im Landgourmet

Im Landgourmet dreht sich natürlich alles um die  Küche, Rezepte, aber auch um passende Tischdekoration, nachhaltiges Genießen und lukullische Gaumenfreuden in anderen Ländern und typische Getränke. Wer dann alle Rezepte ausprobiert hat, erhält Tipps zu Wellness und aktiver Freizeitgestaltung, damit man die „Pfunde wieder los wird“. Die Idee des Landgourmet - Magazins lautet denn auch: „Genießen - Erleben - Wohlfühlen“.

Fazit
Zusammenfassend werden hier zwei Magazine angeboten mit schönen Bildern, vielen Informationen, wenig Werbeanzeigen, abwechslungsreichen, aktuellen Themen, die auch über Deutschland hinaussehen und mit einer gut lesbaren Schriftgröße.

Wer sich intensiver mit den vielen Tipps und Ideen beider Zeitschriften beschäftigen oder etwas Nachschlagen möchte, kann zusätzlich auf die Internetseiten www.Landgourmet.de  und www.Landspiegel.de schauen, sowie die Internetadressen, die unter den jeweiligen Reportagen stehen, direkt anklicken.


Autorin: Birgit Agada


Donnerstag, 5. Juli 2012

Landlust und Landfrust

Zeitschriften, die das Landleben beschreiben, werden immer beliebter. Politische Zeitschriften wie der Spiegel verlieren Leser.

Der Zuzug in Deutschlands Städte nimmt weiter zu
In der Stadt pulsiert das Leben. Hier ist was los, Action überall. Hier sind Kino, Theater, Kneipen, Restaurants, Geschäfte, Fußballstadion, Dönerbuden, Einkaufen. Hier sind Arbeit, Erfolg, aber auch Hektik, Stress, Krankheiten, Unfälle, Überfälle, Arbeitslosigkeit, Elend. Laut Statistik ziehen dennoch immer mehr Leute in die Stadt, weil sie sich Vorteile vom Stadtleben erhoffen. Auch das Internet funktioniert in der Stadt besser.

„Landzeitschriften“ steigern Auflagen enorm
Warum aber steigen die Auflagen der Zeitschrift Landlust auf jetzt über 1 Million Exemplare pro Ausgabe?