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Samstag, 22. Mai 2021

Rezension: Schleswig-Holstein gestern - 50 Geschichten

 

BoD
  Schleswig-Holstein gestern    

 Jürgen Vogler

Jürgen Vogler lebt in Schleswig-Holstein. Nach einem Buch über Ostholstein hat er sich nun auf den Weg gemacht, um kurioses, Vergessenes und Amüsantes aus ganz Schleswig-Holstein zu sammeln und der interessierten Leserschaft anzubieten. Aus verschiedenen Epochen hat er die Geschichte und Geschichten zusammengetragen.

Tatsächlich habe ich selbst auch eine dieser Geschichten in Kiel erlebt, nämlich den schweren Winter 1978/79, von dem sicher jeder Schleswig-Holsteiner seine Variante kennt.

Wir lesen unter anderem von bekannten und weniger bekannten und weniger bekannten Persönlichkeiten, wie z.B. der Franzosen Charles de Villers, der 1806 Lübecks Bürger vor den Schandtaten französischer Soldaten bewahrte und der sich „zum Wohl der Bürger“ einsetzte. Leider gibt es kein Andenken an ihn in Lübeck, er zog später nach Göttingen. Aus derselben Zeit stammt die Geschichte über Pläne aus Lübeck einen Kriegshafen zu machen und durch einen Kanal von der Lübecker Bucht bis an die Seine, Lübeck mit Paris zu verbinden. Dieser Plan stammt von keinem geringerem als Napoleon selbst und wurde bekanntlich nicht realisiert.

Wer weiß schon, dass es über die Mutter der späteren russische Zarin Katharina eine verwandtschaftliche Beziehung nach Eutin gibt ? Katharinas Mutter ist Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf und ihr Bruder Fürstbischof Adolf Friedrich wird König von Schweden. Und auch Katharinas späterer Gatte, Zar Peter, lebte in Eutin in der fürstlichen Residenz…

Sehr interessant ist die Arbeit der „Königlichen Brieftaubenstation“ von 1877 in Tönning an der Nordsee. Die Brieftauben werden so dressiert, dass sie sogar bei großen Stürmen ihre Nachrichten an Land bringen und so Schiffe aus Seenot retteten.

Nicht nur Helgolands Schicksal wird zeitweilig nicht von Deutschen bestimmt, sondern auch das der Insel Fehmarn vor der Einfahrt in die Lübecker Bucht.  Während der Tausch von Helgoland gegen Sansibar (vor Tanzania) allgemein bekannt ist, liest man eher selten etwas über das Schicksal Fehmarns, das 1943 in die sowjetische Besatzungszone integriert werden sollte. Erst nach zähen Verhandlungen der Engländer mit den Sowjets konnte Lord William Strang of Stonesfield die Insel für Schleswig-Holstein „retten“.

Ebenso interessant ist die Geschichte des Plöner Hof- und Feldtrompeters Christian Gottlieb, über den der Autor einen historischen Roman geschrieben hat: „Der Mohr von Plön“.

Wer heute in rund einer Stunde von Hamburg nach Kiel fährt, denkt schon daran, dass um 1800 die Fahrt etwa 24 Stunden dauert konnte und zwar mit Kutsche und Pferden, die nur ungefestigte Wege kannten. 1830 begann man von Altona nach Kiel eine sogenannte Kunststraße zu bauen, die Altona-Kieler-Chaussee. Bis heute gibt es Meilensteine, die mit den Entfernungsangaben und einer Krone versehen sind, denn damals regierte König Friedrich VI. von Dänemark. Die Fahrt dauerte „nur“ noch rund 10 Stunden.

Man könnte noch etliche Geschichten zitieren, doch lesen Sie selbst und entdecken Sie die Vielfalt der schleswig-holsteinischen Geschichte, die sicher auch für Besucher, Tagesgäste und Urlauber unterhaltend ist.

Vielleicht schauen Sie sich das eine oder andere Gebäude, z. B. das Saldern-Haus in Neumünster, die Eingänge zu den ehemaligen Walfängern auf Sylt, die „sprechenden“ Grabsteine auf Föhr und Amrum, das Kloster in Preetz, die Bronzestatue des Neocorus in Büsum oder den begehbaren Globus in Gottorf am Herkulesteich an. Und es gibt noch so viel mehr zu sehen…..

Autor:
Jürgen Vogler hat noch mehr Bücher geschrieben, denn seit 1988 arbeitet er als Autor und Freier Journalist. Darunter sind weitere Historische Romane wie „Der Narr von Eutin“ von 2014 und „Der Marquis von Lübeck“ von 2016. Ab 2011 hat er auch den Krimi für sich entdeckt und veröffentlichte mehrere Kurzkrimis in Anthologien. Während der letzte Jahre erschienen drei weitere Krimis. Weitere Informationen gibt Jürgen Vogler auf seiner Internetseite: www.Juergenvogler.de

 

Fazit:
Der ehemalige Pressesprecher der Bundespolizei, Jürgen Vogler, hat 50 abwechslungsreiche Geschichten zusammengetragen, die kurzweilig und gut zu lesen sind. Spannend erzählt er über neue und ältere Begebenheiten, über Land und Leute. Einige Bilder lockern den Text auf.
Das Buch ist sehr zu empfehlen und man kann vor Ort selbst auf Entdeckungsreise damit gehen.
Ein schönes Buch über Schleswig-Holstein. Vielen Dank an den Autor.


Jürgen Vogler
Schleswig-Holstein gestern
50 Geschichten über Vergessenes und Kurioses
Broschiert mit 41 Abbildungen
244 Seiten
Euro 15,90 inkl. MwSt.
BoD


Dienstag, 11. Mai 2021

Rezension: Die Hofgärtnerin - Frühlingsträume, Roman

Penguin
Rezension 

RENA  ROSENTHAL

DIE  HOFGÄRTNERIN - Frühlingsträume
Roman     

Marleenes Traum ist es, wie ihr Vater, in der Hofgärtnerei arbeiten zu können. Sie liebt Blumen über alles, besonders einen seltenen zweifarbigen Flieder. Doch vorerst bleibt dies ein Traum, denn um 1891 hat sie keine Chance als Mädchen eine Lehrstelle zu bekommen.

Nachdem ihr Vater gestorben ist, bleibt Marleene und ihrer Mutter nichts anderes übrig, als das schöne Haus mit den vielen Fliedersträuchern zu verlassen. Da ihre Mutter krank ist, muss Marleene für den Unterhalt sorgen. Sie hat Glück, dass sie eine Anstellung als Zimmermädchen in einem Hotel hat. Eines Tages findet sie in einem Gästezimmer beim Aufräumen die Preisliste der Hofgärtnerei und die Sehnsucht nach einer Arbeit dort, kehrt zurück. Zweimal wurde sie bereits abgewiesen, die Arbeit in einer Gärtnerei ist nichts für Frauen, die viel zu schwach dafür sind, glaubte man damals.

Mit ihrer Cousine Frieda, die eine Verkäuferinnen-Lehre in einem Blumengeschäft anfängt, teilt Marleene sich ein ärmliches Zimmer. Auch sonst halten die beiden Mädchen zusammen, auch wenn dies im Laufe der Geschichte nicht immer einfach ist.

Denn Frieda lernt Manilo kennen, der sich in der Hofgärtnerei um die Pflanzen in der Orangerie kümmert, die im Winter warm gehalten werden müssen. Er kommt aus Italien und kennt sich mit den Zitronen, Orangen und weiteren Pflanzen der Mittelmeerregion bestens aus. Außerdem stehen hier die Blumen für die Blumenläden in der Stadt Oldenburg, in der die Handlung spielt. Doch nach einer schlechten Erfahrung hat Frieda Angst ihrer Cousine von der neuen Freundschaft mit Manilo zu erzählen.

Auch Marleene hat ein Geheimnis. Nach einem Besuch bei ihrer Mutter, steht für sie fest:  sie muss ihren Traum wahrmachen und Gärtnerin werden. Wie hat ihr Vater immer gesagt: „Du musst schon selbst dafür sorgen, dass du glücklich bist…“
Eine richtige Lehre will sie und keine Stelle als Hilfsarbeiterin, die nur Unkraut zupfen darf und bei der sie nicht einmal so viel verdient, um das Zimmer ihrer Mutter zu bezahlen.

Marleene weiß, dass in der Hofgärtnerei dringend Arbeiter gebraucht werden. Der Lehrling wurde hinausgeworfen, weil er Pflanzen gestohlen hat, einer hat eine bessere Stelle gefunden und ein anderer Mitarbeiter ist schon länger krank.
Fest entschlossen kramt sie ihre Sachen zusammen, von denen sie hoffte, ein wenig auf dem Kramermarkt verkaufen zu können und schafft sich vom Erlös ein weites Hemd, eine Kappe und lange Hosen an. Nun noch die Haare abschneiden und dann konnte sie als Junge durchgehen, oder ?

Und tatsächlich, nach einer etwas holperigen Vorstellung und mit Glück kann sie als Marten eine Lehrstelle in der Hofgärtnerei ergattern. Denn beinahe hätte der Besitzer, Alexander Goldbach, sie wieder weggeschickt, als er sieht, wie schmächtig der „Junge“ ist. Die schwere Arbeit mit den Bäumen, würde der Junge bestimmt nicht schaffen und wir haben sowieso kaum Geld, denkt er bei sich.

In dem Moment kommt ein Paar, das sich vor einigen Tagen in der Gärtnerei ziemlich lange umgesehen hat und unentschlossen wieder ging. Missmutig begrüßt Alexander Goldbach die Kunden und lässt Marten einen Moment stehen, so dass dieser das Gespräch mitverfolgt. Nach längerem Hin und Her wollen die Kunden Apfelbäume für eine Allee kaufen. Doch da kommt Marten eine Idee und er schaltet sich in das Gespräch ein, um den Kunden Kastanien anzubieten, denn Apfelbäume werden nicht so hoch, dass Kutschen darunter hindurchfahren können und Kastanien sind stattlicher und höher. Und Obstbäume können die Kunden doch trotzdem pflanzen. Damit überzeugt Marten den Hofgärtnereibesitzer von seinem Verkaufstalent und dieser gibt ihm eine Chance.

Nun beginnt für Marleene/Marten eine aufregende Zeit. Sie lernt die Mitarbeiter sowie die Familie Goldbach kennen und trifft auf ihre „Schulfeindin“ Rosalie, Tochter des Hauses und ihre Brüder, die Marleene während der Schulzeit einen bösen Streich spielten. Sie lernt viel und sieht zum ersten Mal Rhododendren, die Julius, der zweite Sohn, von einer Chinareise mitgebracht hat. Der erste Sohn Konstantin hat ein „besonderes“ Auge auf sie geworfen. 
Wird sie ihre Tarnung aufrecht erhalten können ? Und wie lange ? Lesen Sie selbst…..

Fazit:
Ein rundum lesenswerter Roman über eine Hofgärtnerei, seine Mitarbeiter, nebst Pflanzen. Er spielt Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts im Oldenburger Land. Noch heute findet in Westerstede, der Hauptstadt des Ammerlandes, alle vier Jahre eine Rhododendron-Messe statt, denn im Norden Deutschlands, in der sauren Moorbeeterde gedeihen Rhododendren, Azaleen, Heiden u.a. besonders gut.

Rena Rosenthal ist es ein Anliegen, die Situation von Frauen um 1890 in der Arbeitswelt darzustellen, gerade auch die von Gärtnerinnen. Sie zeigt, wie schwierig es für Frauen war, den Beruf lernen zu können, den sie liebten und nicht den Beruf, der von ihnen standesgemäß erwartet wurde. Dass ein Zimmermädchen (auch Hilfsarbeiterinnen) vor Nachstellungen und Übergriffen männlicher Gäste nicht gefeit ist, ist leider bis heute Tatsache. Daneben ist auch die Arbeitszeit ein wichtiges Thema im Roman, denn diese war damals noch nicht auf acht Stunden geregelt.

Tatsächlich haben die Eltern und die Schwester der Autorin eine Gärtnerei und so lassen sich sehr viele Beschreibungen im Roman, wie die Tätigkeiten und das Verhalten der Mitarbeiter, natürlich die Arbeit mit den Pflanzen, etc. gut und glaubwürdig nachvollziehen, die sich bis heute kaum geändert haben, wie das Schneiden und Veredeln von Stecklingen.

Ein gelungener Roman, aus dem leicht erkennbar wird, dass die Autorin weiß wovon sie schreibt mit ihrem gärtnerischen Hintergrundwissen. Die Spannung um die Enthüllung Martens wird bis zum Schluss aufrechterhalten. Die Autorin wählt eine gute Ausdrucksweise, des macht Freude, das Buch zu lesen. Und am Ende erfährt man noch, was man alles mit Flieder machen kann….

 Da ich in der Regel mehr Sachbücher als Romane rezensiere, war ich von diesem Buch angenehm überrascht, das sich nicht mit langweiligen und  leeren Phrasen aufhält, sondern die Leserin und den Leser auf spannende, unterhaltsame Weise durch die Gartenwelt von 1891 führt. Ich bin auf den 2. Teil sehr gespannt und kann Die Hofgärtnerin „Frühlingsträume“ jedem wärmstens empfehlen, der sich für die Zeit, die Region und die Pflanzen interessiert.

zum Angebot

Donnerstag, 21. Mai 2020

Rezension: Heilkraft der Alpen

Bergwelten Verlag
Rezension


Arnulf Hartl, Christine Geyer

HEILKRAFT  DER  ALPEN

Der Einband, die ersten und letzten Seiten, sowie einige im Inneren zeigen beeindruckend scharfe Bilder von Alpenregionen.

Die Krimmler Wasserfälle im österreichischen Pinzgau stehen am Anfang und am Ende des Buches.

Dr. Arnulf Hartl wurde die Frage gestellt, die ihn zu einer Änderung seiner beruflichen Tätigkeit bewegte: „Haben die Krimmler Wasserfälle einen positiven Einfluss auf die Gesundheit?“ und eine weitere Frage: „… Wasserfälle sind gesund - aber WARUM?“

Vom „Laborwissenschaftler“ wurde er zum Leiter des Instituts für Ökomedizin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg und beschäftigt sich mit obigen Fragen und wie die Natur auf unsere Gesundheit wirkt bzw. welchen Einfluss sie auf unser Wohlbefinden hat.

Kernaussage dieses Buches sind folgende Sätze: „Eine Vielzahl bereits publizierter Studien aus aller Welt belegen den positiven Effekt von Natur auf Gesundheit. Es ist mittlerweile wissenschaftliche Gewissheit, dass sich eine Reihe von Zivilisationskrankheiten durch die Interaktion mit der Natur behandeln und vorbeugen lassen.“

Inhalt des Buches ist die Vorstellung dieser umfangreichen wissenschaftlichen Studien und deren Forschungsergebnisse.
Beispiele zeigen eine positive Änderung der Probanden, Linderung von Allergien, Asthma, Depressionen, Stress und anderen „Großstadterkrankungen“ und Aufmerksamkeits-Defiziten, wenn man einige Zeit mit Wandern oder Bergsteigen in der Natur (Wald, Berge, Wiesen) verbringt und belegt die Tatsache, dass Menschen, die in ländlicher Umgebung leben im Allgemeinen weniger krank sind als Städter (von anderen Sorgen, wie das tägliche Auskommen abgesehen.)

Es werden viele Beobachtungen zum Verhältnis Natur - Mensch aufgezeigt, z.B. ob die Natur vor dem Menschen oder von dem Menschen geschützt werden muss.

Bezuggenommen wird auch auf die Aussagen zur Natur von Charles Darwin, Jean-Jacques Rousseau, Alexander von Humboldt u.a. des 19. Jahrhunderts, die ebenfalls ähnliche Erkenntnisse durch Beobachtung gewonnen haben.

Außerdem werden neue Begriffe wie Ökomedizin, Green Exercises (grüne Übungen), „Naturdefizitsyndrom“, „Biophilie“ (Liebe zum Leben), u.a. definiert und Anwendungen vorgestellt.

Letztendlich liegt es an einem selbst den ersten (Wander)Schritt zu tun und sich aktiv in die Natur zu begeben.
Das Buch hilft die wissenschaftlichen Zusammenhänge und Hintergründe zur Natur und Gesundheit bzw. Wohlbefinden zu verstehen.

Fazit
Gerade für Ärzte, Psychologen, Physiologen, Naturheilkundige, u.a. kann das Buch interessant sein und neue Erkenntnisse bringen.

Dass die Natur sowie das „Zurück zur Natur“ wieder mehr in den Fokus der Stadtbevölkerung rückt, zeigt der jahrelange erfolgreiche Verkauf von Zeitschriften wie „Landlust“, „Mein schönes Land“, „Servus“ und vielen anderen, die immer öfter politische Titel überholen.

Der an den Titel „Heilkraft der Alpen“ im wahrsten Sinne interessierte Leser wird vielleicht mit den vielen Untersuchungsergebnissen, Forschungsberichten und Belegen, dass die Natur unsere beste Arznei ist, überfordert werden. Etwas weniger Forschung und etwas mehr Beispiele, wie die Krimmler Wasserfälle und andere Orte, die konkret auf die Gesundheit wirken bzw. Angebote dazu, wären für den zukünftigen „Gesundheitswanderer“ konkret fassbarer als die Wiederholungen, dass die Natur generell und die Alpen im Besonderen gut für die Gesundheit sind.

Im Übrigen sind nicht nur die Alpen, sondern ebenso Küsten (Nord- und Ostsee), das Atlasgebirge in Nordafrika (noch weniger besucht, kaum Industrie, daher noch bessere Umweltbedingungen) und letztlich Wüsten, wie die Sahara (aus eigener langjähriger Erfahrung mit Asthma) Orte, die der Gesundheit sehr gut tun.

Autoren
Dr. Arnulf Hartl ist Leiter des Instituts für Ökomedizin an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg und forscht zu der medizinischen und psychologischen Wirkung der Natur auf die Gesundheit des Menschen.

Christina Geyer, gebürtige Wienerin, lebt und arbeitet als freie Journalistin in der steirischen Nationalparkregion Gesäuse.

Mit einem Vorwort von Ulrike Köstler, Präsidentin der Plattform Heilkraft der Alpen (FORUM VIA SANITAS).



Sonntag, 20. Mai 2018

NEU: Unheimliche Orte in Deutschland, Rezension

Frederking & Thaler
Rezension

Henning Aubel (Hrsg.)

Das Buch der unheimlichen Orte in Deutschland   
 Schaurige Plätze und ihre Geschichten

Möchten Sie Deutschland von seiner mysteriösen Seite kennen lernen, sollten Sie zu diesem interessanten Buch greifen. Bald beginnt die Urlaubszeit und Deutschland ist nach wie vor ein beliebtes Reiseziel. Abenteuer kann man auch hierzulande erleben und warum sollte es nicht einmal unheimlich und spannend werden ?

Von Nord nach Süd und West nach Ost werden Felsen, Seen, Ruinen, Kapellen und Keller mit „Gruselgeschichten“ vorgestellt.
Das Autorenteam begab sich auf Reisen und entdeckte spannende Plätze und einsame Orte mit Legenden und Sagen.

Man kennt die Geschichte der Loreley am Rhein, aber kennen Sie auch die „wilden Fräuleins von Hindelang“ oder das „Land der Hexen und Gespenster“? Die Harzer Brockenhexen sind einem schon eher geläufig, aber die wilden Fräuleins, die sich mit den Männern vor Ort einließen und deren Namen man nicht suchen sollte, kennen wahrscheinlich mehr die „Insider“ im Allgäu.

Wer in Norddeutschland zur Schule gegangen ist, hat bestimmt die Moorleichen im Schleswiger Museum besucht oder kennt die Geschichten der sagenumwobenen Stadt Rungholt, das Atlantis der Nordsee.
Oft werden ungewöhnlichen Felsbrocken oder bizarren Bergformationen Legenden angeheftet. In diesem Buch geben die Sagen über die Watzmannfamilie im Berchtesgadener Land, die Externsteine im Teutoburger Wald, die gewaltigen Findlinge der Visbeker Formation „Braut und Bräutigam“ bei Oldenburg oder der „Boitiner Steintanz“ bei Bützow gute Beispiele davon ab.

Auch beklemmend wirkende Orte werden beschrieben. Sie sind weniger von Legenden umwoben, als vielmehr von bitterer Realität - sie haben mit Krieg zu tun. Hier sei das U-Boot 995 bei Laboe an der Ostsee erwähnt, heute zur Besichtigung freigegeben, ebenso der Regierungsbunker im Ahrtal oder die „gigantische Ferienanlage“ Prora auf Rügen. Sie sollte gleichzeitig 20.000 Urlaubern Platz bieten. Die acht Betonbauten geben ein Beispiel „nationalsozialistischer Architektur“ ab. Doch Urlauber kamen keine, der 2. Weltkrieg war ausgebrochen. Der Bunker im lieblichen Ahrtal liegt versteckt zwischen Weinbergen und Wäldern. Etwa dreitausend Menschen der Staatsregierung sollten bei einem Kriegsausbruch rund einen Monat ausharren können. Ein beklemmendes Gefühl bekommt man schon beim Durchgehen durch das sehr schmale Innere des U-Boots, das am Strand von Laboe steht, wie war es wohl dann für die Matrosen unter dem Meer ?

Nichts für schwache Nerven ist der schmale Weg durch die dunkle Höllentalklamm bei Grainau im Wettersteingebirge, der nur im Sommer begehbar ist. Doch am Ende wartet ein weiter Blick auf die Zugspitze und den Höllentalferner. Auch die Pollingsrieder Kapelle am Starnberger See soll in früheren Zeiten ein schauriger Ort mit Geistern und Höllenhunden gewesen sein.

Auf über 220 Seiten haben die vier Autorinnen und Autoren 51 Geschichten und Informationen zusammengetragen und herausgegeben. Jeder sagenumwobenen Ort wird auf drei Seiten mit kleinen Bildern beschrieben, dem ein großformatiges Bild und ein Kartenausschnitt vorangestellt wurden. Ein Register Bild- und Textnachweis und eine Vorstellung der Autorinnen und Autoren schließen das schöne Buch ab.

Autorenteam:
Henning Aubel, Sabine Durdel-Hoffmann, Dr. Petra Gallmeister, Brigitte Lotz

Fazit:
Wenn Sie in Deutschland auf Reisen gehen, nehmen Sie am besten das Buch mit. Es ist spannend geschrieben und auf dem Kartenausschnitt ist der mysteriöse Ort umrahmt, so dass Sie ihn finden. Vielleicht wohnen Sie in der Nähe, warum nicht mal einen Ausflug zu einem der Plätze unternehmen und den Kindern die geheimnisvollen Stätten zeigen ? Das „Buch der unheimlichen Orte in Deutschland“ ist auf jeden Fall lesenswert und wird sehr empfohlen.


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Henning Aubel
Das Buch der unheimlichen Orte in Deutschland
Hardcover, ca. 140 Abbildungen
Format 19,3 x 26,1 cm
224 Seiten
1.Auflage März 2018

Euro 25,99  inkl. MwSt.   hier kaufen

Freitag, 23. März 2018

Rezension: Reiselust und Gartenträume

DVA
Reiselust und Gartenträume     Rezension  

Heidi Howcroft
Mit den „Gartenzwergen“ unterwegs

Schon der Schutzumschlag macht auf den Inhalt neugierig. Die Palme auf einem Boot, die zwischen den Mauern eines weißgetünchten Palais in den Himmel wächst vor einer Bergkulisse ist ein Gemälde der Künstlerin Binette Schröder.

„Reiselust & Gartenträume“ - welch wundervolle Zusammenstellung und dies in Verbindung mit einer Kreuzfahrt - besser kann eine Reise für Gartenliebhaber kaum sein. Und wenn eine Landschaftsarchitektin und Engländerin wie Heidi Howcroft die Ausflüge zu den Gartenparadiesen begleitet und fachkundig erläutert, ist der Urlaub perfekt.

Mit dem Kreuzfahrtschiff zu den Gärten in Europa, Afrika, Karibik und Asien

Von Reisen mit der MS Deutschland und Sea Cloud II, die zwischen 2006 und 2014 durchgeführt wurden, erzählt die Autorin ihre amüsanten Geschichten zu fernen Gärten und Parks. Beginnend im Westen Europas mit Irland, Schottland und den Orkney-Inseln, Madeira und den Azoren geht es über Italien, Sizilien und Marokko weiter in die Karibik und endet in Hongkong, Taiwan und Shanghai.

An Bord durch Vorträge vorbereitet, entdecken die „Gartenzwerge“, so der Name der vielen Teilnehmer, die die Ausflüge gebucht haben, die botanischen Paradiese mit Hilfe der ortskundigen Busfahrer, die manchen Geheimtipp beisteuern, Stadtführern, die eigene Rezepte für Spezialitäten weitergeben und weiteren Helfern, die die Erzählungen der Autorin bereichern.

Versteckte Gartenparadiese

Oft überraschen nicht die großen Parks sondern eher die versteckten Privatgärten mit üppiger Blütenpracht in schwierigsten Bedingungen, wie zum Beispiel auf den Orkney-Inseln, wo der Wind so kräftig weht, dass die Bäume nicht höher als eine Mauer wachsen können, bevor sie „zerfetzt“ werden. Durch den Golfstrom herrschen milde Temperaturen und zwischen Mitternachtssonne und dunklen Wintermonaten blühen hier alle Blumen kurz und gleichzeitig, besonders gut gedeihen Stauden.

In Marokko wird auf den Besuch des andalusischen Gartens in Chefchaouen verzichtet, dafür ist der Spaziergang durch die „blaue“ Medina umso aufregender. Doch ein Spaziergang durch den Jardin Majorelle in Marrakech sollte natürlich nicht ausgelassen werden.

Humorvoll, mit spannenden historischen und gärtnerischen Fakten zu den Gartenbesitzern und Parks reist der Leser von einem Gartenparadies zum nächsten und erfährt ebenfalls etwas über die Kreuzfahrterlebnisse der Autorin. Durch die detaillierte Beschreibung kann man sich als Leser die Anlagen und Anordnung der Pflanzen, Töpfe und Dekorationen im Garten gut vorstellen.

Autorin:
Heidi Howcroft ist eine bekannte Landschaftsarchitektin, Autorin und Gartenjournalistin. Die deutschsprachige Britin hat bereits 30 Bücher veröffentlicht, sie schreibt eine regelmäßige Kolumne für das Magazin Ratgeber Lust auf Natur und ist Gartenexpertin bei NZZ Bellevue, dem Online Lifestyle-Portal der Neuen Zürcher Zeitung, wo sie ihr Garten-Know-how vermittelt.
Wenn Heidi Howcroft nicht auf Reisen ist, arbeitet sie in ihrem Schreibatelier mit Blick auf den Cottage-Garten in einem kleinen Dorf in Somerset, England.

Fazit:
Ein unterhaltsam geschriebenes Buch, abwechslungsreich und spannend. Man spürt die Liebe der Autorin zu ihrer Tätigkeit.
Besonders hilfreich für Interessierte sind die Internetadressen der Gärten und Hotels, die das Geschriebene noch unterstreichen. Am besten legt man sich beim Lesen ein Tablet oder Handy daneben, um gleichzeitig die Bilder der Gärten und Pflanzen betrachten zu können, denn im Buch gibt es leider keine Bilder. So wirkt der Einblick noch intensiver und wenn eine Reise geplant wird, sind die Öffnungszeiten und Informationen zu Spaziergängen oder Blütezeiten eine gute Unterstützung.
Sehr empfehlenswert.

Zurecht erhielt dieses Buch den 2. Preis in der Kategorie „Bester Garten-Reiseführer 2018“ des Deutschen Gartenbuchpreises und European Garden Book Award auf Schloss Dennenlohe.

Weitere Informationen zur Autorin unter: www.heidi-howcroft.de

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HEIDI  HOWCROFT
REISELUST & GARTENTRÄUME
Geschichten über Reisen  zu fernen Gartenparadiesen
Gebunden mit Schutzumschlag
248 Seiten
1.Auflage 2017
Euro 14,95 inkl. MwSt.   hier kaufen

Samstag, 3. September 2016

Rezension: Reiseführer des Zufalls

Kommode

Rezension

Lena Grossmüller

Reiseführer des Zufalls 

Ein handliches Büchlein mit hellblauer Schrift auf weißem Cover. Innen abwechselnd blaue Seiten, die mit nur einer Frage beschrieben sind und weiße Seiten, die mit blauer Schrift und großen Lettern bedruckt sind und eine Idee oder Aufforderung zum Tun enthalten. So kommt der „andere Stadtführer“ daher.  

Eine Hommage an den Zufall - ein Affront gegen die Komfortzone

Schon der erste Essay beschäftigt sich mit dem Zufall als dem „Feindbild moderner Lebensführung“ in der alles geplant ist. Ist das nicht langweilig, wenn man alles schon vorher weiß? Wo bleibt die Überraschung?
In den Essays beschreibt die Autorin, Lena Grossmüller ihre Gedanken zum Thema Reisen. Erwartungen und Enttäuschungen während der Reisen; sie denkt über den Zufall, Experimente, Serendipität, den Alltag, das Banale nach.

Suche nach Unbekanntem in der eigenen Stadt

Die Autorin lenkt den Blick auf scheinbar (Un-)Bekanntes in der eigenen Stadt, das einem im ersten Moment gar nicht in den Sinn kommt, denn man wohnt ja in diesem Ort/dieser Stadt.
Spazieren Sie durch Ihren Ort mit neuen Ideen und betrachten Sie ihre Mitbewohner aus einem neuen Blickwinkel. Machen Sie ein Stadtexperiment wie dieses: Start am Markt, Suche nach dem schlafenden Händler oder den originellsten Verkaufsstand, den Markt verlassen und einer interessanten Person folgen. Warum ist diese Person interessant? Folgen Sie der Person so lange, bis sie sich umsieht und gehen Sie dann nach rechts. Auf diesem Weg sammeln Sie Farben und Düfte der Stadt. Welche Farben sehen Sie? Wonach riecht die Stadt? Der Rundgang endet im Supermarkt. Kaufen Sie eine Wasserflasche, die entweder „das schönste Etikett hat, die am günstigsten ist, oder die völlig aus der Reihe tanzt.“ So stillen Sie ihren „Jäger- und Sammler-Durst“.

Jeden Tag eine gute Tat

Andere Beispiele sind: Dinge verschenken, dem Nachfolger die Tür aufhalten, Komplimente machen, Jemanden überraschen, Fremde anlächeln (kommt leider viel zu selten vor!)

Das A bis Z der Vorbereitung enthält Stichworte wie Aufbruch, Flaneur, Impuls, Muße, Sehenswürdigkeiten, Umweg, Zufall und dazu kurze Beschreibungen wie beispielsweise X = Xenophobie: „Ist die Vorliebe für fremde, unbekannte Dinge und Menschen“ oder J wie Jetzt: „Genieße das Jetzt“, am besten mit diesem ungewöhnlichen und lesenswerten Reiseführer des Zufalls, der immer dabei sein könnte, wenn Sie irgendwo auf dieser schönen Erde unterwegs sind.

Am Ende des Büchleins steht die wahrscheinlich unmöglichste Aufforderung an den modernen Menschen: „Sendepause - lasse dein Smartphone heute zu Hause“.  Darüber lohnt es sich nachzudenken.

Autorin:
Lena Grossmüller, Schweiz
„Der Reiseführer des Zufalls ist als Masterprojekt innerhalb eines größeren Teams an der Züricher Hochschule der Künste ZHDK m Departement Design entstanden.“

Fazit:
Der Reiseführer des Zufalls ist ein Büchlein, das man überall hin mitnehmen kann. Ob die Anregungen in der eigenen Stadt oder in einem anderen Land ausprobiert werden, kann man selbst entscheiden. Es ist auch ein Buch, das zum Nachdenken anregt und es gibt Platz darin diese Gedanken hineinzuschreiben. Es ist ein zeitloses Buch, denn man muss nicht alles in einer Woche oder einem Monat oder überhaupt machen, die Gedanken und Anregungen der Autorin sind immer wieder durchführbar. Ein empfehlenswerter Führer für den modernen Reisenden. 

Samstag, 20. August 2016

Rezension: Food & Farm - Vom Feld auf den Teller

Food und Farm, dlv
FOOD & FARM


Food & Farm ist das neueste Magazin des Deutschen Landwirtschaftsverlags aus München. Das erste Heft kam genau zum Beginn der „aktiven Zeit“ im Garten oder auf dem Balkon auf den Markt. Es enthält sehr viele interessante Fakten, Studien, Beobachtungen und Reportagen über unsere Lebensmittel, deren Anbau, Einkauf und auch Lagerung.
Die großen Themen dieses Magazins sind Stadt & Land, Hof & Küche, Welt & Wissen und der große Praxisteil „Ärmel Hoch!“ mit hilfreichen Ratschlägen zum Selbergärtnern.

Autoren sind Fachleute

Sie sind es leid, verwässerte Kartoffeln aus dem Supermarkt zu essen, schlapprigen Salat und traurig schauendes Gemüse kaufen zu müssen? Dann hilft das neue Food & Farm-Magazin weiter. Die Autoren wissen wovon sie schreiben. Sie sind Agrarwissenschaftler, Agrarredakteure und Menschen, die täglich mit der Erzeugung von Lebensmitteln zu tun haben, auch über den Tellerrand hinaus, wie z.B. die Bäckerin im Irak, der Olivenbauer, der Schneckenzüchter und der Agraringenieur aus Griechenland.

Land mieten oder kaufen?

Sie planen ein Stück Land zu bewirtschaften? Food & Farm gibt Beispiele für die benötigte Größe und Tipps ob kaufen oder mieten sinnvoller ist. Reicht ein Mietacker von 120 m² oder sind 350 m² besser geeignet für eine vierköpfige Familie. Brauchen die Beete viel oder wenig Pflege, welches Gemüse und Obst kann angebaut werden, oder darf es auch ein Schaf oder eine Ziege sein ?

Imkern in der Stadt

Auch das Imkern ist ein Thema, das viele anspricht, wie die hier vorgestellten Damen aus Hamburg, die auf ihrem Flachdach drei Bienenvölker beherbergen und selbst Honig produzieren. Eigentlich haben sie eine Agentur für Fotoretusche, aber 2014 auch eine Imker-Ausbildung abgeschlossen. Mit ausschlaggebend für das Imkern war für Julia die Erkenntnis von Albert Einstein, dass „der Mensch nur noch vier Jahre zu leben hat, wenn die Bienen aussterben“.

Lebensmittel online einkaufen?

Eine Hamburger Familie testet den Online-Einkauf von Lebensmitteln in drei unterschiedlichen Varianten vom regionalen Anbieter über den Supermarkt bis zum „cleveren Konzept“ die nötigen Zutaten in Kochboxen zu liefern. Lesen Sie das interessante Ergebnis in der aktuellen Ausgabe von Food & Farm.

Ziegenkäse aus Franken

In der fränkischen Alb bei Hersbruck freuen sich die Ziegen über „Schlehen, Weißdorn und Kräuter“ und Tanja Beyer über die frische Ziegenmilch, aus der sie rund 15 Sorten Käse herstellt. Wo man den Käse kaufen kann und wie Sie selbst Frischkäse ganz einfach herstellen können steht in diesem Heft.

Vom Feld auf den Teller

Darüber hinaus lesen Sie wertvolle Hinweise über Qualitätskriterien von Lebensmitteln, die Bedeutung von Biosiegeln, Begriffserklärungen von Ackerbau und Viehzucht, sowie Interessantes über das Rind und Rindfleisch.
Der gelernte Koch, Autor und Blogger Stevan Paul stellt Bücher rund um „Lebensart und Kulinarik“ vor.
Kritische Themen wie Vermeidung von Lebensmittelvernichtung und Verschwendung oder artgerechte Tierhaltung bzw. Schlachtung fehlen nicht. Auch was es mit der „Geheimen Gesellschaft“ der Supper Clubs auf sich hat und warum das Radieschen zum Liebling von Micha Schäfers Berliner Sterne-Restaurant zählt, erfahren Sie beim Blättern dieses Magazins.

Extraheft Kartoffeln

Im Extraheft, das sich auch zum Sammeln eignet, dreht sich alles um Deutschlands beliebteste Knolle - die Kartoffel.
Sie lesen, welche Sorten für Salat oder Pellkartoffeln geeignet sind, welche festkochend oder eher mehligkochend sind. Tipps zum Anbau auf dem Balkon, zur Pflanzengesundheit und zur richtigen Lagerung, nützliche Gartengeräte und Rezepte fehlen nicht. 20 Seiten kompakte Information  sind übersichtlich dargestellt.

Fazit:
Wissen, was man isst, wie man Lebensmittel selbst erzeugen kann und viele Tipps dazu hält das neue Magazin auf über 100 Seiten für den zukünftigen Hobbyfarmer, aber auch für den bereits aktiven Kleingärtner bereit. Abgerundet wird das Heft mit doppelseitigen Bildern, vielen Informationen zu Bezugsquellen und weiterführenden Links. Hier werden nicht nur beschauliche Fotos von blühender Landschaft gezeigt, sondern handfeste Anleitungen zum Planen des eigenen Lebensmittel erzeugenden Gartens gegeben. Natürlich dürfen Rezepte für das gerade geerntete Gemüse, wie hier Spargel, nicht fehlen.

Ein gut durchdachtes, modernes und frisches Magazin, das von Fachleuten mit sehr viel Wissen gefüllt und sehr zu empfehlen ist und fast ohne Werbeanzeigen auskommt. Vielen Dank. Wir sind gespannt auf die nächste Ausgabe, die am 25. August erscheint.

Food & Farm
nur Euro 3,90 im Handel oder direkt bei uns  AFARA  Bücher, ihr Internetbuchhändler in Erlangen

Rezension "Echt Bayern" ein gelungenes Erlebnismagazin

Echt Bayern - dlv

ECHT  BAYERN

Ein Erlebnismagazin sticht aus den bunten Zeitschriftentiteln am Kiosk heraus. Im typisch bayerischen Weiß-Blau erscheint das „Echt Bayern“-Heft für Juli/August zum Entdecken, Erleben und Genießen.
Da der Urlaub in Deutschland in den letzten Jahren stark zugenommen hat, antworten die Reisemagazine entsprechend und stellen Deutschland in den Fokus. So auch der Deutsche Landwirtschaftsverlag mit Echt Niedersachsen und Echt Bayern, die 2016 mit je sechs Ausgaben im Jahr erscheinen.
Die Kapitel Bayern entdecken, Bayern erleben und Bayern genießen enthalten Beiträge zu Reise, Kultur, Mode, Architektur, Sport, Freizeit, Garten und Gastlichkeit.

Junges, echtes Bayern

Was macht „Echt Bayern“ interessant? Die jungen Leute auf den Bildern fallen auf. Sie sitzen auf Rindern, wenn am 28. August das sechste Ochsenrennen in Münsing startet. Sie stehen auf den Brettern der neuen Trendsportart Stand-up Paddling. Sie arbeiten auf der Alm wie Leni Wittmoser, eine der selten gewordenen jungen Sennerinnen.
Diese jungen Menschen zeigen das Gesicht des modernen Bayern mit spritzigen Ideen, wie die des Brauers Markus Hoppe mit seinem „Wuiden Bier“, die Brillengestelle aus Holz von Klaus und Ludwig Hertkorn, die „Mode made in Bayern“ von Caroline Lauenstein, die sich mit fünf weiteren Modeherstellern das Qualitätssiegel teilt. Die „Rockmacherin“ produziert Trachtenröcke, ihre Kollegen Dirndl und Strickwaren. „Mode made in Bayern“ steht für Produktion in Bayern, sichert Arbeitsplätze, stärkt die regionale Wirtschaft, z.B. durch kurze Transportwege und erhält die Tradition des heimischen Handwerks. Die Mode ist sehr gut verarbeitet, teils von Hand gestrickt, die hochwertige Qualität der Stoffe und Garne rechtfertigen den höheren Preis. Die Jacken, Pullover, Röcke und Dirndl werden nicht nur von Traditionsbewussten, sondern auch von „Alternativen“ getragen. „In Bayern ist es einfach ein Ausdruck des Sich-Verbunden-Fühlens mit dem Land, den Leuten und der Kultur. Darin liegt eine gewisse Sehnsucht nach den Wurzeln, die unsere Gesellschaft nötig hat“, meint Caroline Lauenstein.

Holz - vom Alphorn zum Baumwipfelpfad

Was kann man aus Holz herstellen? Beispiele in diesem Magazin sind Brillengestelle, Fahrradrahmen, aber auch Alphörner oder den Turm des Baumwipfelpfads im Bayerischen Wald - „Das Ei“ und die Spazierwege in 15 bis 18 Metern Höhe. Aber nicht nur in Neuschönau kann man zwischen Bäumen spazieren gehen, auch in Sankt Englmar, in Scheidegg im Allgäu und im neuesten „Höhenweg“ im Steigerwald bei Ebrach. Die Idee von Baumwipfelpfaden ist, den Wald aus einer erhöhten Perspektive erlebbar zu machen, eine neue Sichtweise, die vom Boden aus nicht möglich ist. Natürlich werden die Wege, die der Spezialist Josef Stöger plant, aus heimischen Hölzern hergestellt. Ein schönes Erlebnis.

Tomaten - eine Leidenschaft

Tomaten gehören zum Sommer und zum Leben von Irina und Ulrich Zacharias, die in der Nähe von Regensburg den Blattenhof zur Tomatenoase umgestaltet haben. Mehrere hundert Sorten bauen die beiden an. Daneben werden Chili, Kräuter, Paprika und Zucchini angebaut und vermarktet. Die Führung ist eine „gelungene Mischung aus Theater und Weinprobe“ meint die Reporterin Elisa Holz bei Ihrem Besuch. „Der Garten ist einer der wirksamsten Antidepressiva überhaupt“ bemerkt die Psychologin Irina Zacharias und steuert zum Thema Tomaten ein Buch über ihre Leidenschaft mit Wissenswertem über Tomaten und 90 Rezepten bei.

Der Traum von Macbeth im Regen

Wer kennt ihn nicht, den Schauspieler und Regisseur Michael Lerchenberg, der beim berühmten Starkbierfest am Nockherberg den langjährigen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber sehr erfolgreich dargestellt hat? Er ist Intendant der ältesten Naturbühne Deutschlands auf der Luisenburg in Wunsiedel. Sein Traum wäre die Inszenierung von Shakespeares Macbeth, am liebsten wenn es regnet, damit die düstere Stimmung passt, „Nebelschwaden durch die Bäume ziehen und Hexen aus den Felsspalten kommen“. Vorerst freut er sich über die vielen Zuschauer aus nah und fern, die seine Stücke wie „Blues Brothers“ als Musical, „Die Bluthochzeit“ von Garcia Lorca und andere Volksschauspiele zeigen, die nicht nur Unterhaltung sondern auch einen Bildungsauftrag im Sinn haben. Die Bühne hat bereits Goethe oder Jean Paul angezogen und heute kommen Zuschauer aus München nach Wunsiedel.

Informative Beilagen

Als Beilage enthält „Echt Bayern“ einen Veranstaltungskalender zum Herausnehmen mit ausgesuchten Terminen, wie die Fahrt mit der historischen Bahn zum Biersommelier am 21. August nach Ebermannstadt, das Erlanger Poetenfest vom 25. bis 28. August mit Lesenachmittagen im Schlossgarten und Diskussionen über die neuesten Bücher, das Open-Air-Fest „Pop am Fluss“ in Schwabmünchen am 26. August und „Klassik am See“ in Achselschwang am 28. August.

Außerdem gibt es ein Heftchen im Heft mit „Bayerns schönsten Berghütten“ in Franken, im Allgäu, in Ober- und Ostbayern, die nicht nur in den Alpen sondern auch im Fichtelgebirge oder im Bayerischen Wald zur Einkehr einladen. Auch ein Kreuzworträtsel und eine Kolumne fehlen nicht.

Fazit:
„Echt Bayern“ ist eine sehr schöne und gelungene Mischung aus aussagekräftigen Bildern, reichlichen Informationen und lesenswerter Unterhaltung, die zum Entdecken von Bayern in seiner ganzen Vielfalt einlädt. Vielen Dank für dieses neue Erlebnismagazin.
Die nächste Ausgabe erscheint am 15. September mit Beiträgen über Trüffel, Bogenschießen und Rucksack-Test. Wir freuen uns darauf.

Echt Bayern
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Montag, 8. August 2016

Rezension: Let's guide - Kleines Handbuch zur Reiseleitung

Yunah

DIRK  BRÜCKNER

LET’S  GUIDE  - Kleines Handbuch zur Reiseleitung

Let’s guide ist eine Arbeitshilfe für Reiseleitungen von Gruppenreisen. Ob im Verein oder für Reiseveranstalter, als Reiseleitung zu arbeiten ist ein Beruf, bei dem umfangreiches Wissen,  Organisationstalent und vieles mehr verlangt werden.
Dieser Ratgeber ergänzt die Fachliteratur und enthält Checklisten und Praxistipps bereit.Das Buch ist in vier Themen unterteilt. 


Das erste Thema beschäftigt sich mit dem Tourismus und die Reiseleitung im Allgemeinen.

Mittwoch, 3. August 2016

Buchempfehlung: Die Reisegesellschaft

Insel Verlag

ELIZABETH  VON  ARNIM
   
DIE  REISEGESELLSCHAFT

Das Buch von Elizabeth von Arnim über eine Reisegesellschaft, die durch den Südosten Englands reist, wurde 1909 zum ersten Mal in London unter dem Titel „The Caravaniers“ veröffentlicht. Ein amüsanter Roman aus der Sicht des Barons Otto von Ottringel, seines Zeichens preußischer Offizier aus dem fiktiven Storchwerder in der Mark Brandenburg.

Die Reisegesellschaft
Der adelige Offizier Otto von Ottringel reist mit seiner zweiten Frau Edelgard nach England in die Grafschaften Kent und Sussex.

Mittwoch, 6. Januar 2016

Buchempfehlung: Sei Shonagon, Kopfkissenbuch

Manesse Verlag
Buchempfehlung

SEI  SHONAGON


KOPFKISSENBUCH    
(Original: Makura-no-soshi)

Aus dem Japanischen übersetzt und neu herausgegeben von Michael Stein

Ein wunderschön gestaltetes Buch mit einem gelben Einband, den ein Zweig voll roter Blüten ziert. Nimmt man es in die Hand fällt die „Wattierung“ auf, als hielte man ein Kopfkissen.

Tagebuchaufzeichnungen um das Jahr 1000

Alles begann mit zwanzig Bögen Papier, die Sei Shonagon von ihrer Kaiserin Sadako als Geschenk bekam. Die Hofdame schildert das Leben im Kaiserpalast um das Jahr 1000, der friedlichen Heian-Zeit. Jeder Japaner kennt die „freimütigen“ Erzählungen der Hofdame, denn das Kopfkissenbuch gehört zur japanischen Literaturgeschichte und zur Weltliteratur. 1875 wurden die Aufzeichnungen der Dichterin zum ersten Mal in eine europäische Sprache übersetzt.
Sei Shonagons Buch ist eine Art Tagebuch mit mehr oder weniger langen Notizen über ihre Beobachtungen am Kaiserhof. Gleichzeitig notierte sie ihre Gedanken über die Natur, Bäume, Berge, Flüsse, Seen, Wälder, das, was sie gern oder weniger gern mag, was sie erschreckt, was ihr zu Herzen geht, was nicht gut aussieht, Peinliches, Enttäuschendes, was man sich anschauen sollte, über Feste und Feierlichkeiten, ebenso wie die Gepflogenheiten am Hof.
In 325 Abschnitten erfährt der Leser Wissenswertes, Lustiges, Interessantes, Gedichte, Schriften und Erzählungen über die japanische Kultur der damaligen Zeit. Die Abschnitte können in beliebiger Reihenfolge gelesen werden.

Man wünscht sich „Gutes Neues Jahr“

Das Buch beginnt mit einem Eintrag über die Jahreszeiten: „Im Frühling liebe ich die Morgendämmerung, wenn das Licht allmählich wiederkehrt….“ Es folgen Gedanken zu Monaten, die „jeder zu seiner Zeit“ ihre eigenen Reize haben. Zum Beispiel wird am Neujahrstag dem Kaiser viel Glück gewünscht. Man zieht etwas Besonderes an und schminkt sich sorgfältig. Jeder wünscht jedem ein gutes Neues Jahr. „Wie herrlich, wenn alles einmal ganz anders ist als im Alltag“, notiert Sei Shonagon in ihr Kopfkissenbuch.

Das Leben am japanischen Kaiserhof

Kurze und längere, über mehrere Seiten gehende, mit spitzer Feder notierte Eintragungen zeichnen das Leben am Kaiserhof nach. Sei Shonagon lässt ihre Meinung einfließen oder schreibt als Beobachterin Geschichten, die sie mit den Hofangestellten, des Kaisers und der Kaiserin erlebt; Legenden, Begegnungen bei Nacht, offizielle Zeremonien oder auch die Geschichte von der Katze und dem Hofhund. Manchmal sind es nur ein paar Worte, ein Satz („18: Schwerter: Am schönsten sind juwelengeschmückte Prachtstücke.“) oder subjektive Gedanken. Wichtig sind der Autorin die Kombinationen der Kleiderfarben, die sie lobt oder kritisiert.  

Zur Unterhaltung am Hof zählten die Kalligraphie, das Flötenspiel und das Verfassen von Stegreifgedichten, worin es zu Wettbewerben, auch mit der Kaiserin kam.

Sei Shonagon und die Entstehung des Kopfkissenbuches

Sehr interessant sind die Ausführungen am Ende des Buches. Hier wird über Sei Shonagun selbst und ihre Familie berichtet. Ihr Vater war bereits Experte für Dichtkunst und erhielt Einladungen zu Dichtwettbewerben am Kaiserhof. Sei Shonagon selbst erlernte ebenfalls die Dichtkunst, sogar die chinesische Literatur war ihr bekannt. Höhepunkt ihres Lebens war der Eintritt in den Dienst am Kaiserpalast als sie knapp dreißig Jahre alt war, später wurde auch ihre Tochter eine Hofdame.

Das Kopfkissenbuch wurde schon zu Lebzeiten Sei Shonagons gelesen und spiegelt den Alltag wieder, für spätere Generationen wurde es eine wertvolle Quelle über die Heian-Zeit. In einem weiteren Kapitel werden der Kaiserhof zu Kyoto, seine Gesellschaft und die Bräuche beschrieben.
Im anschließenden Glossar werden umfangreiche Erklärungen gegeben, die die zahlreichen Anmerkungen im Text unterstützen. Zum besseren Verständnis folgt ein Personenverzeichnis, das die komplizierte Verteilung von Namen und Titeln erklärt. Nach der editorischen Notiz folgt das Inhaltsverzeichnis.

Übersetzer:
Das zum ersten Mal vollständig auf Deutsch vorliegende Kopfkissenbuch wurde von dem Japanologen Michael Stein (geb. 1948) übersetzt. Er promovierte über die Heian-Zeit und lehrt seit 1980 in Tokyo. 1997 erschien sein Buch „Japans Kurtisanen“ über die umfangreiche Kultur- und Sittengeschichte fernöstlicher Erotik und Unterhaltungskunst. Michael Steins Übersetzung „Mond überm Dachfirst“ der modernen Klassikerin Higuchi Ichiyo im Manesse-Verlag, wurde hochgelobt.    

Fazit:
Ein sehr interessantes Buch, das Japanliebhaber immer wieder gern zur Hand nehmen werden, um sich darin zu verlieren. Wer vorher noch nicht so viel über Japan wusste, lernt das Leben am Kaiserhof um das Jahr 1000 kennen, als in Europa kaum jemand schreiben oder lesen konnte. Der feine Einband und die sorgfältige Auswahl der Schrift und des Papiers machen das Buch wertvoll und zu einem besonderen Geschenk.

Sei Shongon
Kopfkissenbuch
384 Seiten, farbige Fadenheftung
Foliengeprägter Feinleinenband mit zweifarbigem Schmucksatz
Format 22 x 22 cm
Euro 59,95   Buch kaufen oder über AFARA  Bücher, ihr Internetbuchhändler in Erlangen


Montag, 27. Juli 2015

Rezension Schöne kleine Stadt

Ochsenfurt
LEANDER SUKOV

SCHÖNE  KLEINE  STADT  - Ochsenfurter Rundgang
Eine Novelle

Auf der Autobahn A3 rasen zur Zeit die Urlauber gen Süden. Zwischen Würzburg und Nürnberg vorbei an kleinen schmucken Städtchen. Eine davon ist Ochsenfurt. Über diese „Schöne kleine Stadt“, so der Titel mit heute 12000 Einwohnern hat Leander Sukov ein Büchlein geschrieben, eine Novelle.

Auf seinem Rundgang durch schmale, dunkle Gassen, vorbei an alten Fachwerkhäusern, die an der Stadtmauer kleben, Marktplätze mit gemütlichen Cafés, die Sahnetorte servieren, Kirchen und Türmen, beschreibt der Autor

Samstag, 30. Mai 2015

Buchempfehlung - Kräuter für jeden Geschmack

Engelbert Kötter
Rezension

ENGELBERT  KÖTTER

KRÄUTER  FÜR  JEDEN  GESCHMACK      

Es gibt mittlerweile sehr viele Kräuterbücher, aber dieses enthält, neben den allgemeinen Informationen auch neue, kreative und inspirierende Tipps für die Verwendung bekannter Kräuter-, Heil- und Gewürzpflanzen in Küche, Kosmetik und Wellness.  
Auf den ersten knapp 80 Seiten gibt der Fachmann Engelbert Kötter seine ganze praktische Erfahrung als geprüfter Gartenbautechniker und Qualitätsinspektor weiter. Die Kapitel sind übersichtlich auf zwei bis vier Seiten des großformatigen Buches gestaltet und mit Bildern aufgelockert. Die weiteren knapp 200 Seiten gehören den vielen Kräutern, Wild- und Heilpflanzen, die im Porträt vorgestellt werden.

Kräutergartenpraxis - einmal querbeet

Sonntag, 17. Mai 2015

Rezension - Internationaler Tourismus

Internationaler Tourismus
Rezension

Prof. Dr. Albrecht Steinecke

INTERNATIONALER  TOURISMUS
Lehrbuch für Studierende

Jahr für Jahr sind Millionen Bundesbürger als Touristen unterwegs und der Urlaub steht an erster Stelle der „Konsumprioritäten“. 7% der Beschäftigten in Deutschland arbeiten im Tourismus. Die frei verfügbare Zeit, die sich durch Teilung von Arbeitszeit und Freizeit ergibt, wird zum Reisen genutzt.
Mit der einsetzenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert und dem Bau von Eisenbahnen konnten weiter entfernte Städte oder „Bade“-Plätze schneller erreicht werden als mit der Kutsche. Die Geschichte des Tourismus beginnt.

Wer sich für einen Berufsweg im Tourismus entscheidet,

Donnerstag, 7. Mai 2015

Kalender zeigen die Welt


Kalender zeigen die Welt    

Die diesjährige Reisesaison steht vor der Tür und Millionen Bundesbürger fahren und fliegen in nahe und ferne Länder. Eine schöne Erinnerung an den Urlaub ist ein Kalender über das besuchte Land, der das ganze Jahr über an die schönen Tage erinnert. Oder ein Kalender, der die Vorfreude auf die nächsten Wohlfühlwochen erhöht. Schon jetzt bieten die Reiseveranstalter ihre Urlaubsziele für das nächste Jahr an und da sind die neuen Kalender für 2016 von KV&H, Deutschlands größtem Kalenderverlag, eine gute Planungshilfe. Die einzigartigen Bilder von trendigen Urlaubszielen wecken Sehnsüchte und lassen von eindrucksvollen Landschaften und Regionen träumen. Über Tausend  Kalender bringen Urlaubsflair als Aufsteller auf den Tisch oder als unverwechselbare Deko an die Wand.

Breite Auswahl in allen Größen

Donnerstag, 30. April 2015

40 Jahre Sympathiemagazine

Studienkreis für Tourismus
Empfehlung

40 Jahre Sympathie Magazine    

Die alljährliche Reisesaison beginnt und in den nächsten Wochen und Monaten begeben sich Millionen Urlauber auf den Weg in andere Regionen oder Länder.

Die wenigsten machen sich dabei Gedanken, wen sie besuchen, welche Traditionen, Sitten und  Gebräuche die besuchten Menschen haben, welche Religion sie ausüben.
Ist der Katholizismus in Polen oder Spanien derselbe wie in Deutschland? Wie wird die Messe bei den griechisch Orthodoxen gefeiert? Warum darf man in manchen Ländern in Moscheen hineingehen, in anderen nicht?

Montag, 3. Juni 2013

Rezension Wer liest, kommt weiter


FRIEDRICH  DENK

WER  LIEST, KOMMT  WEITER
Ein Plädoyer für das Lesen und das Buch.

Schon wer das Inhaltsverzeichnis durchsieht, erkennt 37 Punkte, die erklären, warum Lesen wichtig ist und die Antwort auf die Frage: Wozu lesen?
Warum sollen wir lesen?, ist eine der wichtigsten Fragen, die in diesem Buch erörtert und beantwortet wird. Der Autor, Friedrich Denk, beschäftigt sich außerdem mit den Fragen: Warum wird heute weniger gelesen? Wo, wann und wie können wir lesen? Was können wir lesen? Doch der größte Teil des Buches beschäftigt sich mit der Frage: Wozu lesen?

Montag, 4. März 2013

Rezension: Gartentagebuch - Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Gartenjahr

Landlust, Gartentagebuch
Landwirtschaftsverlag
Renate Tegtmeyer und Dr. Christa Huchzermeyer

Gartentagebuch - Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Gartenjahr   

Abonnenten der Zeitschrift Landlust kennen den Inhalt dieses Büchleins, den zwei engagierte Damen zusammengestellt haben. Im Laufe von zwei Jahren erschienen in der Zeitschrift Tipps zur Gartengestaltung und Gedanken zum „Gartengenuss“, die der Landwirtschaftsverlag nun als Buch herausgegeben hat.

Inhalt:
Der Monat Januar beginnt mit einem Moment zum Luftholen, zum Zurücklehen und Einkuscheln in eine warme Decke. Denn die Gartenarbeit ruht und es gibt Zeit über die Gestaltung des Gartens nachzudenken und in Gartenbüchern und Zeitschriften zu blättern. Ein kurzer Spaziergang, der Blick auf die ersten Schneeglöckchen und kleinen Alpenveilchen und der Duft der Sträucher wie Zaubernuss oder der Duftschneeball erfreuen das Gärtnerherz.

Im Februar ist Aufräumen „angesagt“: Stauden schneiden, Pflanzen ausputzen, Hecken in Form bringen, Winterreste auf den Kompost werfen.
Im März beginnt der Frühling und der Gärtner kümmert sich um die Aussaat, die Anzucht und freut sich über die ersten gelben Forsythienblüten.

April und Mai sind sehr aktive Monate für die Gartentätigkeit, aber im Juni genießt man die erste Blütenpracht und den Rosenduft, das Vogelgezwitscher und die warmen Sommerabende im eigenen Garten.
Im Juli gibt es Tipps für die Pflege des Gartens zur Urlaubszeit, im August wird wieder geschnitten, ausgeputzt und zur Vermehrung geteilt. Eigenes Obst und Gemüse bereichert die Küche.

September und Oktober sind die Erntemonate für Äpfel, Birnen, Pflaumen, Hagebutten und Weintrauben. Die Autorinnen geben Tipps für die Herstellung eines Hagebuttenlikörs. Die Arbeit im Garten wird weniger und ein Feuerwerk an Farben von gelb über orange bis dunkelrot lassen den Gärtner die Früchte seiner Tätigkeit genießen, bis im November und Dezember der Garten für die Ruhephase hergerichtet wird. Geräte werden geputzt, Scheren geschliffen, winterharte Pflanzen in Folie verpackt, Blumenzwiebeln ausgesetzt, Vogelhäuschen und Nistkästen vorbereitet. Im Garten dominieren Gräser und als kleiner Farbtupfer zur Weihnachtszeit zeigt sich die Christrose.

Autorinnen:
Renate Tegtmeyer ist Journalistin und kennt seit ihrer Kindheit die Arbeit im Garten. In eigenen Beeten entdeckte sie die Faszination für den Garten.

Dr. Christa Huchzermeyer ist Ärztin und beschäftigt sich schon seit ihrer Kindheit mit Pflanzenpflege, Zucht und Entdeckung. Sie erkundet beste Bedingungen für die Pflanzen, verfolgt die Weiterentwicklung und gab die fachliche Beratung zu diesem Buch.

Fazit:
Zwei reife Damen beschäftigen sich seit ihrer Kindheit mit Pflanzen im Garten und haben ihre Gedanken und Erfahrungen zum Gartenjahr zu Papier gebracht. Herausgekommen ist ein literarisches Werk für Gartenliebhaber mit Tipps zur Gartengestaltung, Pflege der Pflanzen, Vermehrung  und den Genuss am Garten, Monat für Monat.
Eine schöne Ergänzung sind die altdeutschen Namen der Monate, die oft in Vergessenheit geraten sind, die aber die Tätigkeiten oder die Jahreszeit treffender beschreiben als der gebräuchliche julianische Kalender.
Kleine Bilder, Informationen grau unterlegt und Zitate wie zum Beispiel: Frage: „Herr Foerster, was tun Sie gegen Wühlmäuse?“ Antwort: „Wir schimpfen“, lockern die Beschreibungen humorvoll auf. Jedes der zwölf Kapitel endet mit einem Kalenderblatt, auf dem Platz für Notizen und Termine ist.


Das Buch gibt keine exakten Pflanzenporträts und genauen Anleitungen für die Anlage und Pflege von Gärten, das können entsprechende Gartenbücher besser, aber es ist ein schönes Geschenk für Gartenliebhaber, die sich einen Moment der Ruhe gönnen und den Gedanken der beiden Gärtnerinnen folgen. Die Kapitel beginnen mit einem Zitat und Gedanken und enden mit Tipps und dem Kalenderblatt. 
Ein schönes Geschenk.
   

Renate Tegtmeyer und Dr. Christa Huchzermeyer
Gartentagebuch -  Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Gartenjahr
Hardcover mit Farbbildern, Format  14,8 x 21 cm
104 Seiten
1.Auflage 2013
Preis: Euro 14,80  Buch kaufen
Landwirtschaftsverlag, Münster

Rezension: Birgit Agada